Die Deutsche Islam Konferenz 2011

Ist sie noch zu retten? In den letzten Monaten wurde immer wieder die Frage gestellt, welche Aufgaben die Deutsche Islam Konferenz (DIK) noch hat und ob sie politische Entscheidungen für die Integration muslimischer Gemeinschaften vorantreiben kann. Nachdem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich kurz nach seinem Amtsantritt im März 2011 erklärte, dass die Muslime zu Deutschland gehörten, aber nicht der Islam, stand das geplante Treffen unter einem schlechten Stern. Dieses Statement bestimmte über Wochen die Berichterstattung, über die Ergebnisse, die das Gremium über Monate hinweg erarbeitet hatte, konnte man hingegen in der Presse wenig erfahren.

Vor diesem Hintergrund sollen in diesem Themenschwerpunkt zentrale Ergebnisse und Vorhaben der DIK in loser Folge diskutiert werden.

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die MID-Redaktion.

 

Die Beiträge im Einzelnen:

  • Mathias Kortmann kritisiert die Beteiligung von sog. „nicht-organisierten“ MuslimInnen und ethnisch-säkularen Organisationen in der Islamkonferenz als eine inhaltliche Einmischung des Staates und fordert eine Verlagerung des Dialogs auf die Kultus- und Innenministerkonferenz der Länder.
  • Volker Beck fordert einen konkreten Fahrplan zur rechtlichen Gleichstellung des Islam und muslimischer Gemeinschaften, wie es im Grundgesetz vorgegeben wird.
  • Gabriel Goltz und Steffi Jemili-Redmann, zuständig für die DIK jeweils im Bundesministerium des Innern und im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, stellen Ziele sowie die bisherige Arbeit und die von der DIK angeschobenen Projekte vor.
  • Die Rassismusforscherin Yasemin Shooman setzt sich mit den Begriffen und Argumentationsweisen auseinander, die im DIK-Ergebnispapier für das Phänomen der Ablehnung und gesellschaftlichen Diskriminierung von MuslimInnen verwendet werden, und kontrastiert sie mit den Erkenntnissen der Rassismus- und Vorurteilsforschung.

 

 

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