Seren Basogul

Seren Basogul


Stereotypen

Die Portrait-Serie „Stereotypen“ zeigt Frauen, die in Deutschland leben, aber unterschiedlicher Herkunft sind. Jede Person wird innerhalb einer Serie mit verschiedenen Kopfbedeckungen gezeigt.

Durch die äußerliche Veränderung der einzelnen Person innerhalb einer Serie verändert sich auch die Wirkung der Dargestellten auf die BetrachterInnen sowie deren subjektive Interpretation der Darstellung. Diese Veränderung soll dazu anregen, bestimmte Denkmuster einer Prüfung zu unterziehen und aufzeigen, dass vieles komplexer ist, als es scheint. Der unveränderliche Hintergrund, aber auch die gleichbleibende Kleidung, sowie der fortwährend neutrale Gesichtsausdruck betonen den Wandel und den Wechsel zwischen den stereotypen Zuschreibungen innerhalb der Serie.

Verinnerlichte Schemata und Gedankengänge, die sich automatisiert unter gewissen Voraussetzungen abspielen, kristallisieren sich heraus. Die BetrachterInnen sollen sich ihrer eigenen Urteilsbildung und deren Veränderlichkeit bewusst werden. Womöglich empfinden die BetrachterInnen einige Darstellungen als positiv und andere als negativ. Die eigene Positionierung in Bezug zum dargestellten Stereotyp könnte so signifikant das entsprechende „Urteil“ beeinflussen.

Schließlich wird deutlich, wie variabel ein Kleidungsstück sein kann. Während gewisse Stoffe an modische Accessoires erinnern, sind dieselben Stoffe, trotz gleicher Farbe und gleichem ausgefallenen Muster, je nach Wickeltechnik mit gegensätzlichen Assoziationen verbunden. Wie kann ein und dasselbe Objekt so konträre Interpretationen hervorrufen? Liegt es an der Betrachtungsweise oder an der Inszenierung?

Über Seren Basogul

Seren Basogul, geboren 1983, arbeitet freiberuflich als Diplom Designerin. Sie studierte an der Fachhochschule Aachen Visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Grafikdesign. Im Rahmen verschiedener Projekte engagiert sie sich außerdem politisch und sozial für junge Migranten und muslimische Frauen.

In ihrer Diplomarbeit "Cover/ Discover - Eine visuelle Annäherung" hat sie sich unter anderem mit der visuellen Wirkung verschiedener Trageformen des Kopftuches und dem damit verbundenen Frauenbild auseinandergesetzt. Sie geht davon aus, dass Bilder nicht frei sind, da BetrachterInnen diese mit Interpretationen belegen.


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