Jannis Psychopedis

 

ALPHABET: Heimatkunde – Heimatwunde
Eine Ausstellung von Jannis Psychopedis

Die Ausstellung, die vom 23. Janur bis 23. Februar 2012 in der Heinrich Böll Stiftung zu sehen war, zeigt eine Auswahl von älteren und neueren Werken mit Kommentaren und kritischen Bezügen zu Geschichte, Gesellschaft, Kultur, Ideologie und Mythen Griechenlands. Neben dem großen Wandbild «Nostos» (2008) gehört zur Ausstellung auch die Bilderserie «Alphabet – 24 Bücher/24 Buchstaben» (1994) aus dem Zyklus «Der Brief, der nie ankam». Aufgeschlagene Bücher bringen die Verletzungen und traumatischen Erfahrungen zum Ausdruck, die bis heute die griechische Gesellschaft zerreißen und die Beziehung zur klassischen antiken Kultur zur Last werden lassen. Frei assoziierend und kommentierend setzen sich die Werke mit dem historischen Gedächtnis auseinander. In einem fortlaufenden Dialog zwischen Mythos, Geschichte und Gegenwart hinterfragen sie die Selbstbilder einer Gesellschaft in der Krise. Kunst soll nach Jannis Psychopedis einen neuen, sichtbareren Platz im öffentlichen städtischen Raum einnehmen. Frei von Selbstgefälligkeit soll sie mit ästhetischem Anstand als öffentliches Gut nutzbar sein für Verständigung, Gemeinsinn und Aktion und an die Sorgen und Kämpfe der Menschen anknüpfen.
 


 

Über Jannis Psychopedis

Geboren 1945 in Athen, besuchte er die Deutsche Schule Athen. Von 1963 bis 1968 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Athen. Von 1971 bis 1976 absolvierte er ein Postgraduiertenstudium als Stipendiat des DAAD an der Akademie für Bildende Künste in München. Von 1977 bis 1978 war er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Jannis Psychopedis war Mitgründer mehrere Künstlergruppen: «Alpha» (1965), «Junge griechische Realisten» (1971-1973), die Künstlergalerie KET in Athen (1974-1976), und er war Mitglied der Münchener Künstlergruppe 10/9 (1975). Von 1977 bis 1986 lebte und arbeitete er in West-Berlin und von 1987 bis 1992 in Brüssel. Seit 1994 ist er Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Athen. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in mehreren Ländern in Galerien, Kunsthallen und Museen ausgestellt.


Jannis Psychopedis bei der Ausstellungseröffnung "Alphabet: Heimatkunde - Heimatwunde" in der Heinrich Böll Stiftung.
CC by SA flickr.com/boellstiftung

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