Editorial Crossing Germany - Bewegungen und Räume der Migration

Graffiti Migration is not a crimeGraffiti Migration is not a crime. Foto: Tim Gillin. Creative Commons LizenzvertragDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Migration ist Bewegung, über Grenzen hinweg, von einem Raum in den anderen, von einem Kontext in den nächsten. Sie sieht immer anders aus, ist selten abgeschlossen. Oft hat Migration mit Flucht zu tun, aber nicht ausschließlich. Menschen sind in Bewegung. Sie bewegen sich von einem Ort zum anderen, sie bewegen etwas - und sie bewegen sich möglicherweise auch von etwas weg. Doch es gibt Grenzen: politische, rechtliche und kommunikative.

Die Beiträge in diesem Dossier drehen sich um die Idee von Migration als Bewegung. Es werden mehrere Ebenen und vielschichtige Migrationsmodelle aufgezeigt, die die transnationalen und interdisziplinären Dynamiken von Migrationsprozessen reflektieren. Mit der Sichtbarmachung der Vielschichtigkeit von Migrationen wird ein kulturalistischer oder paternalisierender Blick vermieden und Migration aus kritischer Perspektive heraus als nicht-linearer Prozess dargestellt, als ein Spektrum an Prozessen mit einer Vielzahl von Akteur_innen und Wegen.

Betroffene erzählen von ihren Erfahrungen, Menschen erzählen von den Räumen, die sie verlieren und die sie sich neu erschaffen. Es sind Beiträge entstanden, die aus vielfältigen Perspektiven den Akteurinnen und Akteuren von Migrationsbewegungen Raum geben. Raum um ihre oft marginalisierte und ausgeblendete Geschichte zu erzählen, aber auch Raum, um auf Missstände im deutschen und europäischen Migrationsdiskurs hinzuweisen. Es geht nicht nur um Bewegung, sondern auch um Veränderungen innerhalb Deutschlands, Wege nach Deutschland, aber auch um Wege aus Deutschland heraus.

Entstanden ist dieses Dossier im Rahmen einer „Schreibwerkstatt“ veranstaltet vom Studienwerk der Heinrich Böll Stiftung im Studienstipendienprogramm "Medienvielfalt, anders". Geleitet wurde die Schreibwerkstatt von der Journalistin Steffi Dobmeier. Sämtliche Texte in diesem Dossier wurden von Stipendiatinnen der Heinrich Böll Stiftung verfasst.  

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