Flüchtlinge und Gastarbeiter - Aus Fremden werden Einheimische

Flüchtlinge und Gastarbeiter - Aus Fremden werden Einheimische

Was hat der türkischstämmige Berliner Kaufmann mit der Lehrerin aus Wolgast gemeinsam? Beide haben einen Migrationshintergrund. 12 Millionen Menschen sind in Folge des Nationalsozialismus geflohen. In den Familien wurden Erinnerungen unterschiedlich tradiert: Es wurde glorifiziert, verdrängt, geschwiegen.

Zeitzeugenpodium Mit:

  • Christel Czerwinski (Jg.1933, 1945 aus Pommern vertrieben)
  • Ibrahim Ceylan, (Jg. 1954, 1970 als Elektroinstallateur nach Westberlin gekommen)
  • Sergey Lagodinsky (Jg. 1975, 1993 aus der Sowjetunion ausgereist)
  • Lilas al Loulou (Jg. 1989, 2014 aus Syrien geflohen)

Als in den 50er Jahren die ersten Migrant/innen als Arbeitskräfte in die Bundesrepublik geholt wurden, sollten sie zum Wirtschaftswunder beitragen. Sie wurden Teil dieses Wunders und veränderten die deutsche Kultur und den Umgang mit dem Fremden nachhaltig. Die Einwanderer/innen aus Spanien, Italien, Portugal und vor allem aus der Türkei haben die deutsche Politik nach Jahrzehnten zu der Einsicht gezwungen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Viele Menschen kamen nach dem Ende der Sowjetunion nach Deutschland und in den letzten Jahren als Flüchtlinge aus den Krisengebieten besonders des Nahen Ostens. Unser Zeitzeigenpodium fragte aber auch nach den individuellen Erfahrungen: Was wurde in den Familien tradiert? Welche Familienerzählungen über die „alte Heimat“ und das Herkunftsland gibt es? Wie veränderte sich die Haltung zum Herkunftsland mit der zeitlichen Distanz? Wie haben sich politische und soziale Kontexte auf das Verarbeiten der Migrationserfahrungen ausgewirkt? Welche Faktoren haben Anpassung erleichtert bzw. erschwert?

Einführungsvorträge:

  • Was lehrt die historische Erfahrung? (Dr. Patrice Poutrus, Universität Wien, DFG- Netzwerk Grundlagen der Flüchtlingsforschung)
  • Vertriebene in Ost- und Westdeutschland (Prof. Dr. Michael Schwartz, Institut für Zeitgeschichte Berlin)

Gesprächsführung: Prof. Dr. Dorothee Wierling, Professorin für Zeitgeschichte

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