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Leben in der Illegalität

Das Dossier liefert Einblicke in die prekäre Lebenssituation der Menschen ohne legalen Aufenthalt und analysiert die Ursachen, die in den letzten Jahrzehnten zur Zunahme der irregulären Migration in Europa geführt haben.

Illegalisierung von MigrantInnen

Seit die Zahl illegalisierter MigrantInnen in Europa Mitte der 1990 Jahre stetig ansteigt und gleichzeitig die dramatischen Bilder von Bootsflüchtlingen an den Außengrenzen Europas die Öffentlichkeit fast täglich schockieren, birgt die Lösung des Problems eine hohe politische Brisanz. In Ländern wie Spanien, Belgien oder Griechenland bieten Legalisierungskampagnen regelmäßig Stoff für politische Kontroversen.

Die EU-Migrationspolitik beschränkte sich bislang lediglich auf die Bekämpfung irregulärer Migration durch die polizeiliche Abriegelung ihrer Außengrenzen. Dagegen wird der jüngste Vorstoß der EU-Kommission zur Schaffung der Voraussetzungen für legale Arbeitsmigration durch eine „blue card“ für Hochqualifizierte von den Mitgliedsstaaten noch sehr zurückhaltend begegnet. In Deutschland hat die Diskussion über irreguläre Migration die Debatte um Asyl in den Schatten gestellt - auch deshalb, weil deren Zahl seit der Beschneidung des Asylrechts § 16 GG im Jahr 1993 kontinuierlich abgenommen hat.

Wie wird mit dem Thema der irregulären Migration auf den verschiedenen politischen Ebenen umgegangen?
 

Lebensituation von illegalisierten MigrantInnen

Illegalisierte MigrantInnen sind in nahezu allen Lebensbereichen prekären Bedingungen ausgesetzt: Der Zugang zu Bildung und Gesundheit steht ebenso in Frage wie arbeitsrechtlicher Schutz und Zugang zu materiellen Ressourcen und Wohnraum. Jedoch gibt es trotz repressiver Politik auf Bundesebene Spielräume für Kommunen im Umgang mit illegalisierten MigrantInnen.

Beiträge

(Selbst)Organisation & Zivilgesellschaft

Kirchenbesetzungen von MigrantInnen ohne Papiere in Ländern wie Frankreich, Spanien und Belgien sind die wohl bekanntesten Protestformen illegalisierter MigrantInnen. Ein Pendant ist das Kirchenasyl, welches Gemeinden Flüchtlingen und MigrantInnen mit prekärem oder nicht vorhandenem Aufenthaltsstatus gewähren. Doch auch abseits dieser medienwirksamen Aktionsformen gibt es für undokumentierte MigrantInnen und ihre Selbstorganisationen von MigrantInnen alltägliche Formen praktischer Unterstützung.