Studie

Nicht definiert

Die Silvesternacht 2015/16 in Köln hatte weitreichende Folgen. Die sexuellen Übergriffe auf Frauen galten in Deutschland mehrheitlich als Beleg, dass die im Sommer begonnene Willkommenskultur beendet, wenn nicht sogar insgesamt ein Fehler gewesen sei. Mit der vorliegenden Studie versetzen wir uns zurück in die Zeit just nach diesen Ereignissen. Also in eine Zeit, in der zunächst notwendigerweise Unklarheit über die Geschehnisse herrschte, folglich den Medien eine besondere Sorgfaltspflicht zukam.

Die polarisierende Integrationsdebatte des letzten Jahres (2010) zeigte erneut, wie in Deutschland Minderheiten öffentlich pauschalisiert und auch degradiert werden können. Noch bedenkenswerter ist die große Resonanz und Zustimmung zu diesen pauschalisierenden Thesen in Teilen der autochthonen Bevölkerung.

Die vorliegende Studie „Vielfalt sucht Rat. Ratsmitglieder mit Migrationshintergrund in deutschen Großstädten“, angefertigt vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, liefert die empirischen Grundlagen für die überfällige Debatte um die politische Teilhabe von Migrantinnen und Migranten.

Obwohl seit den 1960er Jahren bekannt, hat sich erst vor einigen Jahren in Deutschland die Erkenntnis durchgesetzt, dass die deutsche Gesellschaft erst altern und anschließend schrumpfen wird.

Es ist eine These voller Optimismus, sie zielt auf eine bessere Zukunft und sie wird vielen nicht gefallen. Die These könnte nicht einfacher sein - und stammt von einem Professor für komplexe Systeme: „Vielfalt generiert Nutzen“.

In Deutschland leben 15 Millionen Menschen mit einem Migrationshintergrund, sie machen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus. Auch im Arbeitsleben treffen hier Talente mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln zusammen, die zum Entstehen neuen Wissens und neuer Ideen beitragen.

Tausenden europäischen Unternehmen entgehen jährlich Geschäfte, weil sie nicht über genügende Fremdsprachen- und interkulturelle Kenntnisse verfügen.

Obwohl Deutschland in Europa das Land mit dem zweithöchsten Ausländeranteil in der Bevölkerung darstellt (8,8 Prozent), wird das Potenzial der kulturellen Vielfalt vernachlässigt.

Stellungnahme des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Migration und Integration (SVR) anläßlich der Veröffentlichung einer Studie über die Schulzugangsbarrieren für Kinder ohne Aufenthaltsstatus.

Die Studie Integration Stiften!  wurde unter der Leitung von Cem Özdemir im Auftrag der Körber-Stiftung an der Humboldt-Viadrina School of Governance erstellt. Sie erschien im Dezember 2004.