Editorial Dossier Schwarze Community in Deutschland

Leben in der Diaspora und doch im eigenen Land?

Seit den 80er Jahren leisten die Emanzipationsbewegungen der im Westen und Osten Deutschlands – teilweise seit Generationen - lebenden Schwarzen Menschen als Teil der weltweiten Afrikanischen Diaspora, eine wesentliche Arbeit Rassismus zu benennen. Aus diesen Bewegungen konstituierte sich die „Schwarze Community“, die als gesellschaftliche Gruppe nun auch in Deutschland selbstbewusst auftritt, Anerkennung und Partizipation einfordert.

Fast täglich erleben und erleiden Schwarze Menschen auch hierzulande rassistisch motivierte Überfälle oder Morde. Diskriminierungen und Aggressionen gehören in Deutschland zur Tagesordnung. Ihnen muss mit allen Mitteln des Straf- und Zivilrechts begegnet werden.

Aber es geht auch um die Änderung langfristiger Einstellungen. Der gegen Schwarze Menschen gerichtete Rassismus weist nämlich auch auf einen verdrängten Abschnitt deutscher Geschichte und Kultur hin: die bis heute in den Einstellungen wirksame koloniale Vergangenheit Deutschlands und anderer europäischer Länder.

Bis heute wirken Mythen, Ideologien und Konstruktionen über die Andersartigkeit Schwarzer Menschen, die den Kolonialismus rechtfertigen sollten und führen zu subtilen und offenen Aggressionen gegen ihnen. Diesen im historischen Langfristgedächtnis tief verankerten Rassismus gilt es offensiv aufzudecken und zu bekämpfen.

Dieses Dossier vermittelt einen Einblick in die Auseinandersetzungen und Diskurse, die zur Bildung der Schwarzen Community in Deutschland geführt haben. Hier überwiegen die Beiträge Schwarzer Frauen, die als Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und Aktivistinnen ihre Lebenssituation, ihr Selbstverständnis und ihre Arbeit in der deutschen Diaspora reflektieren und ihre Perspektiven und Interessen wortgewaltig zum Ausdruck bringen.

Das Dossier wurde redigiert von der Erziehungswissenschaftlerin Maureen Maisha Eggers.
Verantwortlich: Olga Drossou, MID-Redaktion

 

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