Zuhause in Almanya – Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten

Zuhause in Almanya – Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten

Dossier Zuhause in Almanya – Türkisch-deutsche Geschichten & Lebenswelten
03. Nov. 2011 von Amin Farzanefar, Lale Konuk und Olga Drossou
Heinrich-Böll-Stiftung
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Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: 2011
Seitenzahl: 70
Lizenz: CC-BY-NC-ND

Fünfzig Jahre nach dem Abschluss des deutsch-türkischen Abkommens zur „Anwerbung und Vermittlung ausländischer Arbeitnehmer“ ist eine Bilanz der Integration der EinwanderInnen aus der Türkei ein aussichtsloses Unterfangen. Zu vielfältig sind die Lebenswelten und -geschichten der AkteurInnen, zu sehr entziehen sich die Kinder der Migration einer trennscharfen Einordnung in Schubladen. Politisch und medial bleibt die Debatte über die Versäumnisse der Vergangenheit indes in vollem Gange: über die Verantwortung des Entsendelandes, das von der Auswanderung seiner BürgerInnen profitiert, und vor allem über die des Aufnahmelandes, das zunächst keine Vorstellung von den Auswirkungen der Arbeitsmigration hatte und erst spät, viel zu spät, die Einwanderungsrealität akzeptiert hat.

So wird über die Probleme und Konflikte des Zusammenlebens heftig und kontrovers debattiert - oft auf dem gleichen Niveau wie vor dreißig Jahren. Es dominiert die Fixierung auf Probleme und Prekarität in den Debatten um die Bildungsintegration von Kindern aus sogenannten „bildungsfernen“ Einwanderfamilien, die Gleichstellung muslimischer Gemeinschaften und den Islamunterricht in den Schulen, die Geschlechterrollen oder die gleichberechtigte Teilhabe und Partizipation der DeutschtürkInnen.

Dieses Dossier nutzt das Jubiläum des türkisch-deutschen Anwerbeabkommens als Anlass, um Blicke in ganz alltägliche Phänomene wie Essen, Fernsehen, ins Kino gehen, Musikhören und Reisen zu werfen und neue Einsichten in die Lebenswelten der deutsch-türkischen Einwanderungsgesellschaft zu gewinnen. Es verzichtet auf Beiträge zu den üblichen Problemfeldern, nicht, weil die Probleme marginal sind, aber weil sie zu oft den Blick für das verstellen, was es sonst noch Wertvolles zu entdecken gibt. Und das soll hier im Mittelpunkt stehen.

 

Inhaltsverzeichnis:

  • Cigdem Akyol
    ZUHAUSE IN ALMANYA - 50 JAHRE TÜRKISCHE EINWANDERUNG IN DEUTSCHLAND
  • Semiran Kaya
    EINBLICKE IN DAS KORSETT – ERFAHRUNGEN EINER NEU-DEUTSCHEN
  • Mürvet Öztürk
    VIELFALT UND PARTIZIPATION IN DER „TÜRKISCHEN COMMUNITY“ IN DEUTSCHLAND
  • Amin Farzanefar
    DIE ZWEITE LEINWAND
  • Martina Priessner
    „WIR MÜSSEN FAHREN. WIR LIEBEN ES. ES IST EINE KUNST.“
  • Canan Topçu
    VON HIER NACH DORT - PER FERNBEDIENUNG UND MAUSKLICK. ÜBER DEN WANDEL TÜRKISCHSPRACHIGER MEDIENANGEBOTE IN DEUTSCHLAND
  • Murat Kayi
    „DER TÜRKE IN DER MÜLLTONNE“ – WIE DIE TÜRKEN DEN TÜRKENWITZ RETTETEN
  • Martin Greve
    MIGRATION VON MUSIK AUS DER TÜRKEI NACH DEUTSCHLAND
  • Maren Möhring
    DIE TÜRKISCHE GASTRONOMIE IN DER BUNDESREPUBLIK. EINE MIGRATIONS- UND KONSUMGESCHICHTE
  • Kadriye Acar
    TÜRKISCHE UNTERNEHMENSGRÜNDERINNEN IN DEUTSCHLAND
  • Dogan Akhanli
    MEIN VATER NANNTE MICH “FORD”