Gewalt in der Schule: Rütli-Schule ohne Zukunft?

"Die kritische Lage an den Hauptschulen der sozialen Brennpunkte Berlins wurde seit Jahr und Tag vom Senat und den Schulbehörden ignoriert", sagte Ralf Fücks, Vorstand der Heinrich Böll Stiftung, anlässlich der Veröffentlichung der Dokumentation "Wege zu einer interkulturellen Schule".

Bereits im Juni 2003 formulierten Lehrer und Schüler aus Berliner Schulen, darunter der Rütli-Schule in Neukölln, im Rahmen einer "Zukunftswerkstatt" der Heinrich-Böll-Stiftung ihre Kritik an den untragbaren Zuständen. Sie entwickelten eine Reihe von Projektideen für die Lösung dieser Probleme. So kritisierten die Schüler die zunehmende Gewalt an der Schule, Streitereien, Mobbing unter Schülern, Drogenhandel und -konsum, fehlenden Respekt vor den Lehrern, aber auch zu große Klassen, überfordertes Lehrpersonal oder gar sexuelle Belästigungen durch Lehrer. Die teilnehmenden Lehrer beklagten u.a. die Gewaltbereitschaft unter Schülern und zunehmende Respektlosigkeit. Verstärkt würden diese Probleme durch rückläufige Finanzmittel, die schlechte Ausstattung der Schulen und mangelnde Unterstützung durch die Politik.

Im Rahmen der gemeinsamen Arbeitsgruppen entwickelten die TeilnehmerInnen der "Zukunftswerkstatt" eine Reihe von Lösungsvorschlägen, die sich auch auf die Bekämpfung von Drogen und Gewalt beziehen. Hier forderten selbst die Schülerinnen und Schüler schon vor drei Jahren verstärkte Polizeieinsätze und Kontrollen in den Schulen. Zugleich skizzierten sie verschiedene Ideen für ein stärkeres Engagement der Schüler, z.B. mehr Diskussionen untereinander oder selbstorganisierte Rap-Konzerte zum Thema Drogen und Gewalt.

An der "Zukunftswerkstatt" haben Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse und Lehrpersonal von drei Oberschulen in Berlin-Neukölln ( jeweils 10 Schüler und zwei Lehrer von der Rütli-Oberschule, Ernst-Abbe-Oberschule und Otto-Hahn-Oberschule) sowie Experten aus Wissenschaft und Bildungspolitik teilgenommen. Etwa zwei Drittel der SchülerInnen  hatten einen Migrationshintergrund.

Kommentare zu den Ereignissen in der Rütli-Oberschule:

Zukunftswerkstatt: "Wege zu einem interkulturellen Bildungssystem"
Schüler- und LehrerInnen bearbeiten gemeinsam Probleme und Konflikte in der Schule und suchen kreative Wege für ein respektvolles und konstruktives Miteinander (weiter)

 

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