Dossier Multikulturalismus: Vision oder Illusion?

Dossier Multikulturalismus: Vision oder Illusion?

Ist Multikulti heute nur eine Illusion, die der konfliktreichen Realität der Einwanderungsgesellschaft nicht mehr Stand hält? Ein Dossier über die Notwendigkeit der Weiterentwicklung einer Vision.

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Das Thema Vielfalt und Inklusion wird immer wichtiger. Nicht nur in Ländern wie Kanada, das historisch als „Siedlernation” ausgewiesen ist, sondern ebenso in europäischen und anderen Ländern.

Abgesehen von wenigen seltenen Ausnahmen in der sozialanthroplogischen Literatur der zwanziger Jahre gab es vor dem Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts weder in Nordamerika noch in Australien oder in den Metropolen Europas ein Konzept des EthnoPluralismus, der jetzt vereinheitlichend als ”Multikulturalismus” bezeichnet wird, aber doch ganz unterschiedliches meint.

Ein Wissenschaftler, der nicht im Elfenbeinturm lebt, und sich als Sozialwissenschaftler noch dazu mit gesellschaftlichen Belangen auseinandersetzt, darf nicht nur von akademischen Begriffen ausgehen. Er sollte auch beachten, welche Sprache der Volksmund spricht.

Migration gibt es, seit Menschen auf der Erde leben. Gegenwärtig nimmt sie jedoch neue Züge an und bestimmte Merkmale prägen sich stärker als bisher aus, was die aufgeregte, manchmal hysterisch geführte Diskussion zu den Themen „Massenmigration“, „Kampf der Kulturen“ und „Scheitern der multikulturellen Gesellschaft“ mit zu erklären vermag.

Bei der Diskussion über Einwanderung und Integration sind zwei Jahrzehnte verloren gegangen. Zunächst behaupteten Parteien und Verbände gegen alle Evidenz, Deutschland sei kein Einwanderungsland – dafür steht der vermeintliche Euphemismus Zuwanderung.

Möglicherweise wurde kein politisches Konzept in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland so oft zu Grabe getragen wie der Multikulturalismus.

In der Wahrnehmung wichtiger grüner Themen gibt es immer wieder einen Umkehreffekt. Am Anfang steht oft ein Verniedlichungsdiskurs, die Rede von „weichen“ Themen, die nur etwas für grüne „Gutmenschen“ und „Weltverbesserer“ seien. Und plötzlich werden daraus „harte“ Themen der Zukunftspolitik...

Integration ist das neue Zauberwort in der Diskussion um Zuwanderung in Deutschland und Europa geworden. Dabei ist der Begriff vieldeutig, umstritten und wird von Befürwortern ebenso wie von Gegnern der Einwanderung oft überstrapaziert.

Rosemarie Sackmann betrachtet kristisch das Grundsatzpapier "Gesellschaftlicher Integrationvertrag" von Bündnis 90/Die Grünen in seiner Gesamtheit.

Ein bisschen erstaunlich ist ja schon, mit welcher Selbstverständlichkeit der Begriff Integration inzwischen wieder im Zentrum der Debatte um die Gestaltung der Einwanderungsgesellschaft steht. Schließlich handelt es sich um ein Konzept, das in den mittleren 70er Jahren zum ersten Mal die Runde machte.

Wenn es neben der Umwelt-, Frauen- und Gleichstellungspolitik noch ein weiteres Politikfeld gibt, auf dem sich die Bündnisgrünen in den letzten Jahren große Verdienste erworben haben, dann ist es die Migrations- bzw. Integrationspolitik.

Ein Interview mit Günter Piening

War Multikulti nur eine Illusion der Toleranz der frühen 80er Jahre, die der härteren Realität einer Einwanderungsgesellschaft unter globalen Bedingungen nicht Stand hält? Welche Konsequenzen sind zu ziehen?