Dossier: Perspektiven und Analysen von Sinti und Rroma in Deutschland

Dossier Perspektiven und Analysen von Sinti und Roma in Deutschland

Internationaler Tag der Roma
von

Das Dossier ermöglicht einen Blick auf die minorisierten Perspektiven und Erfahrungen von Rroma in Deutschland, eine neue Perspektive auf Roma als Analytiker_innen der gesellschaftlichen Verhältnisse, als aktiv handelnde, sozial und politisch engagierte Akteur_innen. Die Beiträge reichen vom wissenschaftlichen Aufsatz über poetische Texte, Interviews bis hin zum Film.

von

Die Bürgerrechtlerin Anita Awosusi führt in das Dossier "Perspektiven und Analysen von Sinti und Roma in Deutschland" ein. Mit ihren Erinnerungen an einen in den 70er Jahren persönlich erlebten rassistischen Vorfall sowie der Schilderung aktueller Diskriminierung von Roma und Sinti verweist sie auf tradierte Linien des Rassismus gegen Sinti und Roma in Deutschland.

Kooperation

Entstanden ist das Dossier unter der Redaktion von Isidora Randjelovic und Jane Schuch. Es wird ebenso in Kooperation mit ihnen herausgegeben.

Verantwortlich in der Heinrich-Böll-Stiftung: Julia Brilling & Cornelia Hinterschuster (Heimatkunde Redaktion).

All rights reserved. Mehr zur IniRromnja

Stadtrundgänge zur Geschichte der Verfolgung von Rroma und Sinti im Nationalsozialismus

Gestern mit den Augen von Heute sehen.

In ca. 1,5h Spaziergang mit Bahnfahrt führen wir Sie ein, in einen sehr sensiblen Teil der Geschichte der Rroma und besuchen mit Ihnen wichtige Orte der Verfolgung und Erinnerung.

E-Mail: elsa.fernandez@rroma-info-centrum.de
Internet: rroma-info-centrum.de

Spezifischer Rassismus gegen Sinti und Roma und strukturelle Diskriminierung

von

Hinsichtlich der Frage nach der Verwendbarkeit der Bezeichnung Antiziganismus mäandert Isidora Randjelović zwischen Konzepten der „Verunsicherung als Chance“ und „Gewissheiten als Strategien“, um sich allzu schnellen Wort-Rezepten gegen epistemische Gewalt zu verweigern und unterbreitet dabei trotzdem Angebote politischer Handlungsfähigkeit. Sie plädiert für eine Dezentrierung bisheriger Wissensbestände und Autor_innen zum Thema „Antiziganismus“ und für eine strukturelle Anerkennung und Wertschätzung der  von Rrom_nja produzierten Gesellschaftsanalysen als situiertes Wissen.

von

Jane Schuch formuliert die zentralen Bildungsbedingungen für Sinti und Roma, um den Kreislauf von rassistischer Verfolgung, Ausgrenzung und daraus resultierenden Traumatisierungen zu durchbrechen.

Silence
von

Dr. Elizabeta Jonuz widmete sich in ihrer empirischen Dissertation unter anderem der Forschungsfrage, wie migrantische Roma mit Prozessen ihrer Marginalisierung umgehen. Als wichtiges Erfolgskriterium für die gesellschaftliche Inklusion identifiziert sie die individuelle Abwehr des Stigmas Ethnizität.

8.APRIL Internationaler Tag der Roma
von

Nizaqete Bislimi schildert die rechtlichen Grundlagen der europäischen Visaliberalisierung (2009) für Serbien und Mazedonien, fokussiert die beabsichtigte Einordnung von Serbien, Mazedonien und Bosnien als sichere Herkunftsstaaten und beklagt die Diskrepanz zwischen  der Gesetzgebung und Rechtspraxis sowie die daraus resultierenden Folgen für geflüchtete Roma. Sie argumentiert die rechtlichen Möglichkeiten der kollektiven Anerkennung von Rom_nja aufgrund kumulativ begründeter Verfolgung und Diskriminierung in den Herkunftsländern ...

Bashe Rroma
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Dr. Hristo Kyuchukov  beschreibt in seinem Essay Diskriminierung durch die Entwertung von Romanes als Sprache. Er betont die Dringlichkeit der Etablierung von Sprachunterricht in Romanes und sieht  in der Wertschätzung der Sprache sowohl die Würdigung von Roma -Kultur als auch ein Mittel “Antigypsism” zu bekämpfen.

von

In diesem Herbst hielt ich mich im Osten Deutschlands, unweit der polnischen Grenze in Eisenhüttenstadt, in einem Asylantenheim auf. Während ich noch immer die Frische und den Willen hatte, „mein Schicksal zu ändern“, schrieb ich in mein Tagebuch: (...)

Selbstorganisation und Empowerment

Matthäus Weiss
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Matthäus und Joschla Weiß kreisen in ihrem Gespräch um die Anfänge der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma, berühren Fragen der politischen Partizipation und der Solidarisierung deutscher und migrierter Roma und Sinti. Für beide gibt es nur einen gemeinsamen Weg, um erfolgreich Anerkennung einzufordern.

Mattheus te Joschla Weiß dschan an pengro chrakepen abi Anfang von i Bürgerrechtsbewegung gadschkeni Sinti te Roma. John dikhan pal budschepen prahl i politischi teilhabe, o ketni rickepen gadschkeni te wittemarengri Roma te Sinti. Pal hake duijengi della nur jek ketni gerdo drom, pale diwehl men baxt te di lass maro tschatschepen chralender. 

von

In dem Gespräch zwischen zwei Generationen, gibt Fatima Hartmann Einblicke in ihre sozialpolitische Arbeit Anfang der 1990er Jahre in Köln. Sie erzählt von den ersten Ausgaben der legendären Zeitung Jekh Chib, den darin enthaltenen feministischen Beiträgen sowie dem von ihr mit organisierten Frauenkongreß. Sie resümiert Parallelen aus den 1980ern und 1990ern zur heutigen Berichterstattung gegen Roma und plädiert engagiert gegen schulische Segregation von Roma-Kindern.

Kampagne "alle bleiben!"
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Das Interviewgespräch zwischen Kenan Emini und Isidora Randjelović findet am Rand der Rosa-Luxemburg-Konferenz in Beograd mit dem inhaltlichen Schwerpunkt linker Organisierung und romabezogener politischer Arbeit statt. Entsprechend kreist ihr Gespräch über die politische Kampagne alle bleiben! um Zukunftsvisionen, transnationale Organisierung  und konkrete politische Forderungen.

von

In dem Chat-Interview schildert Vojta Gina seine ehrenamtliche “Aufklärungs-“ und Bildungsarbeit in Sozialen Netzwerken.

von

Ein kleiner Junge spaziert mit seinem Vater durch die Stadt. Er hört, wie jemand in ihrem Rücken ihnen ein Wort nachwirft:- Zigeuner!

Erinnerungspolitik, Kunstproduktionen und Repräsentation

Mete-Eksi-Preisverleihung 2014 - 3. Preis - Rroma-Informations-Centrum e.V.
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Elsa Fernandez erinnert an das Vergessen und revisionistische Praxen der deutschen Nachkriegsgeschichte und argumentiert für mehr interdisziplinäre, selbstorganisierte, transgenerationelle Erinnerungsprojekte.

Tayo Onutor
von

Tayo Onutur reflektiert gleichermaßen humorvoll als auch nachdenklich die Frage nach der Eigenbezeichnung und der Selbstrepräsentation als Afro-Sintezza.

„Ich weiß nicht, ob sich andere Künstler_innen damit auseinandersetzen...“

In diesem Film besprechen Dotschy Reinhardt, Joschla Weiß und Slavisa Marković ihre Perspektiven auf Kunst- und Kulturproduktionen von Sinti und Rroma. Sie diskutieren gesellschaftliche Rollenzuschreibungen und persönliche Anliegen ihrer künstlerischen Arbeit.

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Das Dossier ermöglicht einen Blick auf die minorisierten Perspektiven und Erfahrungen von Rroma in Deutschland, eine neue Perspektive auf Roma als Analytiker_innen der gesellschaftlichen Verhältnisse, als aktiv handelnde, sozial und politisch engagierte Akteur_innen.

Elsa Fernandez „fissure“
von

Der Klang von Vaters Saxophon verbreitete um sich herum eine wundersam samtene Erhabenheit und Trauer. Einem Katzenjammer ähnlich, der die Augen schließt. Schläfrigkeit in der Dämmerung.