"Das Ergebnis waren tränenreiche Gedichte"

"Das Ergebnis waren tränenreiche Gedichte"

v.l.n.r: Antoine Vumilia Muhindo, Safiye Can, Maria Kohlert-Németh, Dr. Boniface Mabv.l.n.r: Antoine Vumilia Muhindo, Safiye Can, Maria Kohlert-Németh, Dr. Boniface Mabanza. Urheber: Oliver Delto.

Lieber Antoine, Du bist Prosaautor und Dichter. Auf Einladung vom „Africa Alive Festival“ hast Du Ende Januar in Frankfurt am Main eine Lesung im Café Wiesengrund  – café littéraire philosophique et critique – gehalten. Kannst Du uns Deine Eindrücke von diesem Abend beschreiben?

Meine größte Sorge war immer, bei Lesungen und in Gesprächen  ein gelangweiltes Publikum anzutreffen. Ich habe mich gefragt, wie das Publikum in Deutschland meine Lesung und die Berichte über das Leid im Kongo aufnehmen würde, denn ich nahm an, vor Menschen zu sprechen, deren Kenntnisse lediglich auf TV-Dokumentationen über den Kongo beschränkt waren. Aber im Nachhinein kann ich sagen, dass ich sehr beeindruckt bin von der Offenheit und Neugier der Menschen, die ich in Frankfurt antraf.
 

Hast Du während Deines Aufenthalts in Frankfurt die Gelegenheit gehabt, Dir die Stadt näher anzusehen? Was hat Dir an Frankfurt oder generell an Deutschland gefallen? Was fandest Du gewöhnungsbedürftig?

Obwohl mein Aufenthalt nur kurz war, habe ich es nicht versäumt einige Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Ich habe die nächtlichen Spaziergänge am Main sehr genossen, insbesondere, da mir einer der Veranstalter vom „Africa Alive Festival“ Geschichten aus der Gründerzeit Frankfurts erzählte. „Als Karl der Große auf der Flucht vor den Sachsen ein Gebet sprach, überquerte er auf wundersame Weise den Main.“ Das ist die Art von Heldengeschichten, die man sich überall in Afrika erzählt. Solche Geschichten 8000 Meilen entfernt von meiner Heimat zu hören, hat mir das Gefühl von Heimat vermittelt. Die Deutschen sind ein wärmeres Volk, als ich es zuvor annahm. Es fällt ihnen nicht schwer, das Eis zu brechen und ein Gespräch mit einem fremden Menschen im Warteraum des Flughafens zu führen. Das ist schon ein großer Unterschied zu Skandinavien, wo ich derzeit lebe. Zumindest den Erfahrungen nach zu urteilen, die ich gemacht habe. Leider habe ich auch Negatives gehört: Mir wurde von rassistischen Netzwerken innerhalb der deutschen Polizei berichtet. Einige dunkelhäutige Menschen wurden ermordet, aber es scheint, als haben die zuständigen Behörden wenig zur Aufklärung beigetragen. Solche Zustände erwartet man eigentlich nicht in einer zivilisierten Nation anzutreffen.
 

Es ist kein Geheimnis, dass Dir Dein Vaterland Kongo sehr am Herzen liegt. Als junger Mann hast Du Dich der Bewegung Laurent-Desire Kabilas angeschlossen, um Kongo vom damaligen Schreckensregime des Diktators Mobutu zu befreien. Glaubst Du im Nachhinein, dass Du und alle anderen, die sich der Bewegung anschlossen, um Kongo zur Demokratie zu verhelfen, von Kabila ausgenutzt wurden, um eine alte Diktatur durch eine neue zu ersetzen?

Hierin besteht kein Zweifel. Ich denke, dass dieses Ereignis einer der größten Betrugsfälle in der Geschichte meines Landes war. Kapitalistische und imperialistische Kräfte machten sich den fruchtbaren Boden zunutze, auf den sie bei der enttäuschten Bevölkerung stießen, und der sich in mehreren Wellen in den 90er Jahren gegen Mobutus Diktatur herausbildete. Sie missbrauchten den Enthusiasmus der jungen Menschen etwas verändern zu wollen und benutzten den Genozid in Ruanda als Vorwand, um die Kontrolle über die Reichtümer Kongos zu erlangen. Es ist geradezu zynisch, dass sie von revolutionärer Rhetorik Gebrauch machten, um ihre Ziele zu erreichen. Viele junge Menschen, ich eingeschlossen, fühlten sich von dieser Rhetorik angezogen. Leider hat sich bis zum heutigen Tag nichts an dieser Situation geändert, denn es findet alle sechs Monate eine neue Pseudo-Revolution statt.    
 

Was hast Du empfunden, als diejenigen, mit denen Du Seite an Seite für die Demokratie im Kongo gekämpft hast, Dich später des Hochverrats beschuldigten und zum Tod verurteilten?

Ich fühlte mich betrogen. Und dann durchlebte ich das, was eine Figur in Honoré de Balzacs Erzählung „Oberst Chabert“ als „Ekel vor der Menschheit“ bezeichnete. Dies geschah in den neun Monaten des sogenannten Prozesses, der nichts anderes war, als ein Festival der Lügen und Heuchelei. Am Ende empfand ich dann nur noch Trauer für mein Land. Denn ich wusste, dass unser Scheitern das Land in einen Teufelskreis stürzen und als eine weitere verpasste Gelegenheit in die Geschichte eingehen würde.
 

Obwohl Du unschuldig warst, musstest Du fast zehn Jahre im berüchtigten Gefängnis Makala in Kinshasa verbringen. Viele Menschen wissen nicht einmal, wie es sich anfühlt einen Tag eingesperrt zu sein. Woraus hast Du die Kraft zum Durchhalten geschöpft? Wie hast Du Deine Hoffnung und den Glauben an das Positive im Menschen wahren können?

Mir war klar, dass das Regime alles versuchen würde, mich psychisch zu brechen. Denn sie konnten mich wegen des internationalen Drucks nicht so ohne weiteres hinrichten. Die größte alltägliche Herausforderung für mich war es, nicht den Glauben an meine eigene Menschlichkeit zu verlieren. Ich baute eine besondere Beziehung zu Worten und ihrer kreativen Kraft auf. Die Literatur und die Lektüre der Bibel, aber auch Yogaübungen waren Möglichkeiten der Meditation, um meiner eigenen inneren Stärke bewusst zu werden. Ich fühlte mich wie in einer Luftschleuse geschützt, das von nichts zerstört werden konnte. So überlebte ich diese Wüste.
 

Was bedeutet es für einen politisch ambitionierten Dichter wie Dich, in der eigenen Heimat zum Schweigen verurteilt zu werden?

Das ist nur eines der schlimmsten Leiden, die man ertragen muss: der krankhaften und betrügerischen Propaganda eines Regimes unterworfen zu sein, ohne dem auch nur ein Wort entgegenbringen zu können. Das ist inakzeptabel, da „Die Diktatur sich vom Schweigen der Massen nährt.“ Ich bin der festen Überzeugung, dass die Freiheit des Geistes und die freie Meinungsäußerung unsere wichtigsten Bürgerrechte sind, viel wichtiger noch, als das Wählen eines Repräsentanten.
 

Während der gut besuchten Lesung im Rahmen des „Africa Alive Festivals“ antwortetest du auf meine Frage, wie es Dir in Deinem Exilland Schweden ergeht: „Es ist so, als käme ich aus dem Gefängnis heraus, um in ein zweites, unbedachtes zu gehen.“ Was vermisst oder was wünschst Du Dir am meisten in Schweden?

Zunächst einmal muss ich folgendes sagen: Was mich am meisten beeindruckt hat, war deine Lesung, Safiye. Du hast Fleisch, Blut und Nerven in mein Gedicht „Like the Prophets“ gebracht, quasi Leben eingehaucht. Um deine Frage zu beantworten: ich denke, dass ich am meisten die Freiheit vermisse, am alltäglichen Leben meiner Landsleute teilnehmen zu dürfen; ihre Kämpfe, Freuden und Hoffnungen zu teilen. Ich fühle mich wie in einem dieser Träume. Man will rennen, aber die Beine wollen nicht. Man schreit, aber niemand hört einen.
 

Du hast mich in Frankfurt gefragt, wann und wie ich mit dem Schreiben begonnen habe. Wenn Du gestattest, möchte ich Dir diese Frage gerne zurück stellen.

Es ist sicherlich nicht einfach, sich selbst zu analysieren. Aber wenn ich es tun müsste, dann denke ich, dass der Ursprung meines Schreibens in der Kluft, der Leere, oder um genauer zu sein, in dem Chaos liegt, den der plötzliche Verlust meiner Mutter im Alter von vier Jahren bei mir hinterließ. Als Jugendlicher war es mein erstes Ziel, mit meinen Gedichten den Schmerz zu zähmen, ihn zu benennen, die Leere zu füllen und die Abwesenheit der Person zu verstehen, die so gut wie nie dagewesen ist. Ich konnte nichts ohne eine Andeutung auf meine Mutter schreiben, Das Ergebnis waren tränenreiche Gedichte.
 

Deine Texte haben auch philosophische Hintergründe. Daher die direkte Frage: Was ist Freiheit?

Auch auf die Gefahr hin, altmodisch zu klingen: meine Interpretation von Freiheit divergiert von der gegenwärtigen und weit verbreiteten Ansicht, Individualismus bedeute Freiheit. Ich teile die Ansicht von Jean-Paul Sartre, der einmal sagte, dass er nicht frei sein könne, solange nicht alle Menschen frei wären. Ich habe diesen Ansatz aus dem Ubuntu-Konzept übernommen. Das Ubuntu-Konzept setzt an einem bestimmten Punkt an: die Verwirrung des Individuums, der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt ist nicht im Einzelnen, sondern in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Alles steht im Bezug zueinander, quasi in einer Schicksalsgemeinschaft. Demnach findet man die Freiheit nur in einer vollkommenen und mit allem in einer Harmonie stehenden Selbstentwicklung, mit anderen Worten ein Aufblühen des Individuums in einem sozialen und umweltverbundenem Kontext.
 

In dem Dokumentarfilm „Antoine: A journey from Hell“ wurde gezeigt, wie Du mit Hilfe einer eingeschmuggelten Kamera die erschreckende Brutalität und die menschenunwürdigen Zustände im Gefängnis Makala festgehalten hast. Inwiefern hat dieser alltägliche Überlebenskampf Dein Denken beeinflusst, und glaubst Du, dass das Schreiben und Lesen Dir auch maßgeblich geholfen hat diesen schrecklichen Alltag zu meistern?

Mein täglicher Überlebenskampf hat mich gelehrt, dankbar für die einfachen und alltäglichen Dinge des Lebens zu sein. Er hat mich außerdem gelehrt, dass das eigentliche Schlachtfeld der Verstand ist. Das Schreiben war für mich eine Frage von Leben und Tod. Ich fühlte mich wie die Figur Scheherazade aus „Geschichten aus Tausendundeine Nacht“, die ihres Lebens sicher war, solange sie Geschichten erzählen konnte. Worte haben die Kraft zu erschaffen, einen Wandel zu bringen, weil sie die Energie des Geistes vermitteln können. Es gibt kein besseres Gegengift gegen den Tod.
 

Wie beurteilst Du die Rolle Europas in den Kriegsjahren bis 1996? Glaubst Du, dass die Weltgemeinschaft zu wenig tat, um den Opfern und den zu Unrecht Inhaftierten im Kongo zu helfen?

Kongo ist das Palästina Afrikas. Das Land der Genozide und Kriege, von denen die Weltgemeinschaft sich weigert, Kenntnis zu nehmen. Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass es unter diesem Gesichtspunkt schwierig ist, Menschen in Europa dazu zu bewegen, sich mit dem Schicksal der vielen unschuldigen Menschen in den Gefängnissen zu beschäftigen. Ich denke, die Weltgemeinschaft hat insgeheim gehofft, dass der Tod Laurent-Désiré Kabilas Stabilität und Frieden in der Region um die großen Afrikanischen Seen bringen würde. Sie vermieden es daher, das damalige Regime zu kritisieren, indem sie auf Probleme wie Menschenrechtsverletzungen hinwiesen, da sie befürchteten, das Regime damit schwächen zu können. Im Hinblick auf die Entwicklungen können wir heute jedoch sagen, dass eine Stabilität, deren Grundlage das Ignorieren von Gerechtigkeit ist, nicht auf festen Boden steht ist.
 

Welche Zukunft wünschst Du Dir für Deine Heimat Kongo, und glaubest Du, dass dies von den folgenden Generationen bewerkstelligt wird?

Ich wünsche mir für den Kongo, dass es sein Schicksal in die eigene Hand nimmt. Wie Patrice Lumumba einst sagte, wünsche auch ich mir, dass Afrika seine eigene Geschichte schreibt. Zukünftige Generationen – nicht unbedingt die nächste – können diesen Wunsch verwirklichen, aber es ist die Aufgabe der jetzigen Generation, den richtigen Weg zu weisen. Die Jugend braucht Wegweiser und die richtige Richtung.
 

Zum Abschluss Deiner dreisprachigen Lesung in Frankfurt gabst Du dem hochinteressierten Publikum einige wichtige Ratschläge mit auf dem Weg. Was möchtest Du abschließend den Lesern des migrationspolitischen Portals „Heimatkunde“ der Heinrich-Böll-Stiftung sagen?

Da wir in einer Welt leben, wo ein Ereignis, dass am anderen Ende der Welt stattfindet, das Leben der Europäer maßgeblich beeinflussen kann, möchte ich die Leser darauf aufmerksam machen, die Außenpolitik ihres Landes zu überwachen, denn schließlich wird diese von den Politikern gestaltet, die sie gewählt haben. Wenn die Regierungen autoritäre Regime in Afrika unterstützen, kann dies vielleicht kurzfristige ökonomische Vorteile für das eigene Land bringen, aber langfristig gesehen wird das zu mehr Frustration, mehr Kriegen und mehr Terrorismus in Afrika führen, und das wird letztendlich auch Europa schaden.
 

Ich bedanke mich für das Interview. Es war mir ein großes Vergnügen.

Das Vergnügen war ganz auf meiner Seite.

 

 

Dieses Interview führte Safiye Can im März 2014.

Dieses Interview wurde von Hakan Akçit übersetzt.

 

 


Antoine, you are a prose writer and a poet. You were invited to the “Africa Alive Festival” in Frankfurt where you had a reading in Café Wiesengrund – café littéraire philosophique et critique –. Can you describe your impressions of the evening to us?

My biggest fear in reading as well as in communicating has always been to find myself in front of a bored audience. I wondered what it would like be to read and talk about the Congo and its torments in Germany. Standing in front of all these people I assumed that their only experience concerning the Congo would be limited to what they watch on the television. But now I must say I was really impressed by the curiosity and openness of the people I met in Frankfurt!
 

Did you get the opportunity to visit the city of Frankfurt during your stay? What did you like most about Frankfurt and of Germany in general? What did you dislike?

Despite the fact that my stay in Frankfurt was short, I visited a number of places. It was a real pleasure to walk at night along the Main as one of the organizers of the “Africa Alive Festival” was telling stories about the legendary origins of the city of Frankfurt. “Charlemagne pursued by the Saxons miraculously crossed the Main after a prayer ...” This is exactly the kind of epic story we hear everywhere in Africa. But listening to this more than 8000 miles away from home made me feel a little bit at home. As people, the Germans are as much warmer than I imagined at first. They can easily break the ice and start talking with strangers in a waiting room at the airport. This is quite a difference from what I observe in Scandinavia, where I am settled. Unfortunately I also happened to hear stories about racist networks existing within the police in Germany. A number of black people have been murdered but it seems that the authorities have done not much to solve the issue. This is not the kind of thing we expect from a civilized nation.
 

It´s not a secret that the future of your country Congo means a lot to you. As a young man you joined the revolutionary movement of Laurent-Desire Kabila, which aimed to bring down the regime of the dictator Mobutu. On reflection, do you think that you and all who joined this movement to bring more democracy to the Congo were deceived to replace an old dictatorship by enthroning a new dictatorship following the revolution?

There is no doubt on that. I believe that this adventure was one of the biggest scams that my country has ever known. Capitalist and imperialist forces took advantage of the fertile ground offered by the kind of tidal wave that rose in the 90s against Mobutu´s dictatorship, the enthusiasm of the youth for change and the pretext of the genocide that had taken place in Ruanda, in order to take control over the Congo's riches. To make it even more cynical, they hide behind revolutionary rhetoric! Many young people were attracted, including me. Unfortunately this situation is still going on nowadays with one new pseudo rebellion almost every six months.
 

How did it feel, when those with whom you fought side by side with against Mobutu to bring freedom to Congo, later accused you of high treason and condemned you to death?

Above all, I felt betrayed. I experienced what a character in Honoré de Balzac´s "Colonel Chabert" calls "the disgust of humanity”. It happened during the nine months of that so-called trial which was actually a festival of lies and hypocrisy. At the end I felt very sad for my country, knowing that our failure would plunge it into a vicious cycle of missed appointments with history.
 

Although you were innocent, you have been locked up in the infamous prison of Makala for nearly ten years. Most people even can´t imagine how it feels being locked away for one day. What was the source of your strength that helped you to survive these days? And how did you manage not to lose your hope and the belief in the positive side of humanity?

I understood that after the regime failed to execute me physically because of the international pressure, they´d want to break me morally. The biggest daily challenge for me was to still continue to believe in my own humanity. I built a close and special relationship with words and their creative power. Literature and the meditation of the Bible as well as the practice of yoga were a mediation to bring me back to myself. It was like I was protected in an airlock that nothing could destroy. This is how I crossed that desert.
 

What does it mean for you as a politically ambitious poet to be silenced and imprisoned in your own country?

This is just one of the most horrible suffering to endure: to be subjected to the deceitful logorrhea of the regime´s propaganda without the ability to utter one single word! This is unacceptable, because "Dictatorship is fed with the silence of people ". I do believe that the freedom of mind and of speech is our first right as citizens, even more important than the freedom to elect representatives.
 

After your impressive reading at the “Africa Alive Festival” I asked you how it feels to be in Sweden, and you answered: “It´s like leaving a prison and moving to the next one, one without roof.” What are you missing the most being in Sweden?

But first, what was most impressive to me was your reading, Safiye. You provided flesh and blood and nerves to my words trough your reading of “Like the Prophets”. So to give an answer to your question, I would say that I miss the freedom to participate in my peoples´ daily life: their struggles, joys and hopes. I feel like I am in those dreams where you run without being able to move, you shout but no one can hear.
 

In Frankfurt you asked me about the reasons I am writing poems. You also wanted to know when I first started to write poems. May I ask you the same question?

As far as I can pretend to do some kind of analysis on myself – which is never easy in public, I think that at the origin of my writing there is a gap, an emptiness, or to be more precise, a chaos that left behind a mother who disappeared too fast – I was 4-years old. As a teenager the aims of my first poems was to tame, to name that pain, to fill, to understand that emptiness, the absence of that person who has almost never been there. I just could not write anything without a hint to my mother. The results were very tearful poems.
 

Your poems and prose texts are distinctive and contain philosophical messages. It is obvious that you have an excellent philosophical background. Can I ask you straight: what is freedom?

At the risk of sounding old-fashioned, my approach of freedom is a bit away from the currently widespread individualism. I feel close enough with Jean-Paul Sartre who said he could not be truly free if all men were not free as well. I got this approach  from the Ubuntu concept (Sub-Saharan Africa).The starting point of Ubuntu  is a kind of  con-fusion of the individual, the society and the natural environment in, if not a single entity, nevertheless a kind of common destiny. So the definition of freedom is to be found in the full and harmonious self-development, in other words a blossoming of the individual in a social and environmental context.
 

In the documentary film “Antoine: A Journey from Hell” you recorded the daily brutality and the terrible conditions in the prison of Makala by using a camera, which you smuggled into the prison. In what way did this daily struggle for survival influence your thinking, and do you believe that reading books and writing poems helped you to survive these terrible days?

My daily struggle for survival taught me to be thankful for the simple things in life. It also taught me that the most important battlefield is in our mind. To me, writing was a matter of life or death. It felt like being in the same position as Scheherazade, the character of the tales of the “One and Thousand Nights Tales”, who was safe as long as she could tell stories. Words can have the power to create, to bring change because they convey the energy of mind, as we know it. There is no better antidote to death.
 

How do you judge the role of Europe, during the years of war until 1996? Do you think the global community did not make enough efforts to help the victims and innocent people imprisoned in the Congo?

The Congo is kind of Palestine in Africa. The land of genocides and wars that the global community- as you name it -refuses to acknowledge. You can imagine that in such context, it is difficult to find people in Europe, who can be moved about the fate of dozens of innocent people in a jail. It seems to me that the European Community was hoping that the death of Laurent-Désiré Kabila would bring stability and peace to the region of the Great Lakes. They avoided weakening the current regime by rising issues like the human rights. In view of the evolution of the situation, we can realise today, that stability, which ignores justice, can only be precarious.
 

What are your wishes for the future of your country the Congo? Do you believe generations to come will fulfill these wishes?

I just wish the Congo appropriates his destiny as Lumumba said, that one day Africa would write its own history. Yes, future generations – not necessarily the next – can accomplish this wish, but it is up to the current generation to show the way. The youth need landmarks and stepping stones.
 

After you finished your reading in three languages in Frankfurt you gave your highly impressed audience some interesting messages and advice. Do you finally want to say a few words to the readers of the Heinrich-Böll-Foundation?

Since we live in a world where the life of Europeans may be affected by an event that occurs on the other side of the planet, I ask the readers to monitor the foreign policy led by the representatives they elect. When these governments back up authoritarian regimes in Africa, it may generate immediate economic benefits, but long-term it will create frustrations, wars and terrorism in Africa, which will end up harming Europe. 
 

Thank you very much for this interview. It was a great pleasure to talk with you!

The pleasure was all mine.

 

 

This interview was conducted by the poet Safiye Can in March 2014.

This interview has been translated by Hakan Akçit.

 

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