RCG - Magazin zu Intersektionalität mit Materialien zum Download

RCG - Magazin zu Intersektionalität mit Materialien zum Download

Urheber: AG Postkoloniale Migration(en) und Anti-Rassismus. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Das Magazin RCG –Magazin zu Intersektionalität hat die vier großen Schwerpunkte race, class, gender, und Intersektionalität. Im vierten Schwerpunkt wird neben den theoretischen Texten zu Intersektionalität vor allem kreativeren Textformen, die sich mit dem Thema befassen, Raum gegeben. Es sei von Beginn an gesagt, dass wir die Bezeichnungen der unterschiedlichen Kategorien durchaus kritisch sehen. Allerdings brauchen und verwenden wir sie, um Machtstrukturen und Herrschaftsverhältnisse innerhalb gesellschaftlicher und politischer Strukturen aufzuzeigen.

Das Magazin ist zunächst folgendermaßen strukturiert: Jedem großen Block geht ein Übersichtsplakat zum jeweiligen Block voran. Die Idee, Plakate zu erstellen ist durch die Sichtung des Rassismus-Plakats entstanden, das einige Stipendiat_innen auf einem AG-Treffen vor ein paar Jahren erstellt hatten. Uns ist durchaus bewusst, dass in den Plakaten vieles reproduziert wird. Aber sie sollen keinesfalls als Imitationsgrundlage dienen, sondern vielmehr klar und deutlich aufzeigen, wie viele Dinge nicht gedacht, getan, und repräsentiert werden sollten.

Den Plakaten folgen Einführungstexte zu den jeweiligen Themenblöcken. Im kreativen Teil gibt es dann Raum für dialogische Texte (email-Gespräche, Interviews), Gedichte und Erfahrungsberichte. Wir haben wesentlich weniger Beiträge zu Klassismus als zu Sexismus, weil im Alltag unserer Autor_innenschaft die behandelten Themen unterschiedlich stark repräsentiert sind.
Es liegt auf der Hand, dass wir durch das Setzen der Schwerpunkte race, class, gender nicht annähernd alle Kategorien abdecken können, die sichtbar gemacht werden müssen. Allerdings ist dies auch nicht der Anspruch unseres Magazins. Vielmehr möchten wir einen Beitrag dazu leisten, Menschen, die noch wenig oder keine Berührung mit Intersektionalität hatten, an das Thema heranzuführen. Dabei dachten wir zunächst an Stipendiat_innen der Heinrich-Böll-Stiftung, die sich für die Arbeit der AG Postkoloniale Migration(en) und Anti-Rassismus interessieren. Einer der Hauptgedanken während der Anfangsphase der Magazinentstehung im Sommer und Herbst 2012 war es, Stipendiat_innen einen Einstieg in die AG-Arbeit zu geben und so nicht bei jedem Treffen aufgrund ständig fluktuierender Zusammensetzung eine Einführung in Begrifflichkeiten geben zu müssen. Innerhalb des Magazins werden die Leser_innen vor allem im Glossar, der zum besseren Verständnis der einzelnen Texte unabdingbar ist, an Begrifflichkeiten herangeführt. Während der Schreibphase der Artikel ist schließlich der Wunsch entstanden, das Magazin über die AG- und Stiftungsgrenzen hinaus für interessierte Leser_innen zugänglich zu machen.

RCG soll als vielstimmiges Magazin gelesen werden. Obwohl wir uns während der unterschiedlichen Redaktionsphasen durchaus als Kollektiv betrachtet haben, so bedeutet Vielstimmigkeit auch, dass uns bewusst ist, dass innerhalb der Redaktion und der Autor_innenschaft aus unterschiedlichen Machtpositionen innerhalb der Gesellschaft gesprochen bzw. geschrieben wird. Die Sensibilisierung für diese unterschiedlichen Machpositionen und welche Ausschlüsse und Marginalisierungen sie hervorrufen, ist uns äußerst wichtig. Daher sind wir bemüht, gerade auf sprachlicher Ebene unterschiedliche Identitäten mitzudenken und zu markieren. Dies geschieht z.B. durch die Verwendung der Gendergap und von * (siehe Glossar zur näheren Erklärung).

In den letzen 12 Monaten der Entstehungs- und Redaktionsphase des Magazins ist uns bewusst geworden, wie schwierig, häufig sogar schmerzvoll es sein kann, über Intersektionalität zu sprechen und zu schreiben. Allerdings ist es auch von größter Bedeutung, Kategorisierungen sichtbar zu machen, auf marginalisierte Gruppen und Menschen innerhalb der Gesellschaft aufmerksam zu machen, und vor allem Machtstrukturen innerhalb der Gesellschaft aufzuzeigen. Dies sollte uns, wenigstens in einem kleinen Rahmen, mit den unterschiedlichen Beiträgen auf verschiedenen Ebenen gelungen sein.