Fadhumo Musa Afrah und Peter Clever: Wie schaffen wir Integration?

Fadhumo Musa Afrah und Peter Clever: Wie schaffen wir Integration?

Fadhumo Musa Afrah und Peter Clever im InterviewFadhumo Musa Afrah und Peter Clever. Urheber: Heinrich-Böll-Stiftung. Creative Commons License LogoDieses Bild steht unter einer Creative Commons Lizenz.

Vor dem Kongress „Wie schaffen wir Integration“ am 24. und 25. Juni 2016 haben wir mit der Aktivistin Fadhumo Musa Afrah und mit Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, über die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt gesprochen.

Gesellschaftliche Teilhabe kann nur gelingen, wenn auch der Start ins Berufsleben und auf dem Arbeitsmarkt gelingt. Doch bisher finden auf Seiten der geflüchteten Menschen und der Arbeitgeber/innen Angebot und Nachfrage häufig schlecht, langsam oder gar nicht zueinander. Was sind die Bedürfnisse und Erfahrungen? Welche guten Beispiele gibt es? Diese Fragen haben wir Fadhumo Musa Afrah und Peter Clever gestellt.

Fadhumo Musa Afrah wurde in Somalia geboren und ist in Kenia aufgewachsen. Seit April 2014 lebt sie in Deutschland. In Flüchtlingsunterkünften ermutigt sie andere Newcomer, aus der unfreiwilligen Untätigkeit herauszufinden. Arbeitgeber/innen ruft sie dazu auf, Möglichkeiten für neu ankommende Menschen zu schaffen und ihre Fähigkeiten anzuerkennen.

Eine elementare Voraussetzung gelungener Integrationspolitik liegt laut Peter Clever, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, darin, Geflüchtete schnell und unbürokratisch in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Clever erhofft sich diesbezüglich von der Politik klare Weichenstellungen – richtungsweisend dafür sei nicht zuletzt das Integrationsgesetz, das aktuell im Bundestag beraten wird.

Das Recht auf Gestaltung

Fadhumo Musa Afrah und Peter Clever sprechen Fragen gelungener Integration an, die wir am 24. und 25. Juni unter dem Titel "Flucht und Migration: Wie schaffen wir Integration?" gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und mit Geflüchteten vertiefen wollen.

Wir werden auch darüber sprechen, wie Integration als gesamtgesellschaftliches Projekt vorangetrieben und umgesetzt werden kann. Neben dem Fokus auf Arbeitsmarktintegration nehmen die Panels und das Rahmenprogramm des Kongresses (PDF) vielseitige Aspekte von Flucht und Migration, aber auch von "Ankommen" und "Bleiben" in den Blick, die nur in ihrem Zusammenspiel als Bausteine einer gelungenen Integrationspolitik verstanden werden können.

Dabei spielt der Umgang mit der Radikalisierung verschiedener Bevölkerungsgruppen eine ebenso zentrale Rolle wie auf der institutionellen Ebene die Frage nach der sinnvollen Verzahnung verschiedener Ressorts, der Bildungsintegration geflüchteter Menschen oder die Rolle migrantischer Selbstorganisationen.

Flüchtlinge und Migrant/innen haben ein Recht auf Gestaltung des sie direkt betreffenden Diskurses – auch dort, wo es ihnen noch an Sichtbarkeit fehlt, um in den gegenwärtigen Debatten eine einflussreichere Rolle zu spielen. Im Rahmen der Konferenz versammeln sich deshalb am 26. Juni politische Aktivist/innen aus Einwanderer/innen-, Flüchtlings- und Minderheitengemeinschaften in Deutschland und den USA im Workshop „Finding our Voice“, um gemeinsam Leadership-Strategien für den deutschen Kontext zu erarbeiten.

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