Dossier Asian Germany

Dossier Asian Germany - Asiatische Diaspora in Deutschland

Wie sich selbst erkennen? Foto: © Kien Hoang Le
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Die Selbstbezeichnung „Asiatische Deutsche“ ist eine neue Kategorie, um postmigrantische Identifikationsprozesse und komplexe kulturelle Verortungen von Subjekten zu analysieren, die in Deutschland als asiatisch markiert werden. Indem der Begriff „Asiatische Deutsche“ kulturelle Positionierungen und Zugehörigkeiten zusammendenkt, die normalerweise als unvereinbar gelten, reflektiert er Fragen der Rassifizierung und kulturellen Essentialisierung.

Community und kulturelle Identität

Zusammen durch die deutsche Wildernis. Foto: © Kien Hoang Le
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Im November 2010 fand im Rahmen der Vortrags- und Diskussionsreihe „Vietnamesische Diaspora and Beyond“ im Berliner Hebbel-Theater ein Gespräch über vietnamesisch-deutsche Communities, zweite Generation und differente Migrationserfahrungen statt. Der Kurator Kien Nghi Ha lud dazu die Schriftstellerin Pham Thi Hoai, die Journalistin Uta Beth, die Autorin Anja Tuckermann und die Rechtsanwältin Petra Schlagenhauf als Podiumsgäste ein.

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Identitätszwang wird von Menschen gesetzt und kann von ihnen auch aufgehoben werden, sofern er erkannt und kritisiert wird. Trang Thu Tran schreibt über konstruierte Dualismen, deren Grenzen ständig überschritten und zugleich immer wieder neu gesetzt werden und die es zu überwinden gilt.

Asian German Food
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Die Wirkmächtigkeit von "Ethnizität" als alltägliches Interaktions- und Denkmuster ist ungebrochen. Dabei ginge es auch anders. Carmen Wienand über die Möglichkeit, sich selbst zu definieren.

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Kien Nghi Ha, Mutlu Ergün und Julia Brilling im Gespräch über das Dossier "Asian Germany", die Kollaboration zwischen freitext und Korientation e.V. und gegenwärtige antirassistische Kämpfe und Auseinandersetzungen.

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Cover Dossier Asian Germany - Asiatische Diaspora in Deutschland

Das Dossier gibt Einblick in die Vielschichtigkeit asiatisch-deutscher Lebenswelten und Identitäten. Mittels literarischer Verdichtungen, Gesprächen und oral history-Narrationen sowie fotografischen wie analytischen Essays wird postmigrantisches Leben aus asiatisch-deutschen Perspektiven reflektiert. Was passiert, wenn die Migration zu ihrem Ende kommt? Welche Identitäten, Identifikationen und Identitätspositionen entstehen dann?

Kooperationspartner

Das Dossier wurde konzipiert und redigiert von Kien Nghi Ha und ist entstanden in Kooperation mit korientation e.V. sowie dem Magazin freitext.

Her mit der Kohle: 50 Jahre koreanisch-deutsche Arbeitsmigration

Kim Gŭn-ch’ŏl
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Kim Gŭn-ch’ŏl gehört zu den ersten Bergarbeitern, die 1963 aus Korea kamen. Trotz eines engagierten Lebens kommt er zu dem Schluss, dass er seinen Weg nach Deutschland bereut. Dabei geht es vor allem um die Macht des Unausgesprochenen.

Lee Mun-sam
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Lee Mun-sam stammt aus einfachen Verhältnissen und entscheidet sich 1965 bewusst für Deutschland als Ausbruch aus der Armut. Er findet, dass hier ein "gutes" Leben möglich ist.

Kim Ch'ang-sŏn
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Krieg und Flucht sind einschneidende Erlebnisse im Leben von Kim Ch'ang-sŏn, der 1977 nach Deutschland kam. Ein Gespräch über Herausforderungen, transnationale Netzwerke und positives Denken.

Koreanische Bergmänner unter Tage. Quelle: montan.dok/Bergbau-Archiv Bochum
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In den 1960er und 1970er Jahren kamen infolge eines bilateralen Programms zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Südkorea knapp 8.000 koreanische Bergleute nach Deutschland. Die dahinterliegenden vielfältigen Migrationsgeschichten brauchen Öffentlichkeit und Anerkennung. You Jae Lee hat einige von ihnen portraitiert.

Kulturelle Selbstverortungen und Imaginationen

Aus der Installation "Wenn die Wände Ohren hätten" (2000)
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In ihren Fotoportraits erkundet Alisa Anh Kotmair Menschen in Berlin mit vietnamesischen Wurzeln.

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Alisa Anh Kotmair im Gespräch mit Nya Luong.

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Alisa Anh Kotmair im Gespräch mit Bé Điểm Nguyễn-Xuân.

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Alisa Anh Kotmair im Gespräch mit Indira Hong Giang Berghof.

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Alisa Anh Kotmair im Gespräch mit Baly Nguyen.

Theater im öffentlichen Raum
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Der Künstler Dan Thy Nguyen schreibt über seine Überzeugung, dass der gefühlte und zugeschriebene Zustand des Fremdseins überwunden werden muss, um eigenständig existieren zu können.

Asian Film Festival Berlin 2011
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Kimiko Suda und Sun-ju Choi versuchen anhand des Beispiels des Asian Film Festival Berlin aufzuzeigen, auf welcher politischen, institutionellen, räumlichen und organisatorischen Basis Selbstorganisation und mediale Repräsentation von Asiatischen Deutschen in Deutschland, eingebunden in ein transnationales Netzwerk, sinnvoll und praktisch umsetzbar sein kann.

von

Wie sieht Deutschland aus, wenn man aus Vietnam kommt? Wie lebt man in Vietnam, wenn man aus Deutschland zurückkehrt? Wenn so viele Vietnames_innen in Deutschland waren und wieder zurückgegangen sind, sollte es nicht möglich sein, sich dem weit entfernten Land über ihre Erzählungen zu nähern? Und könnten uns ihre Erfahrungen nicht auch andererseits Auskunft über uns selbst geben? Eine Portraitreihe von Nguyen Phuong-Dan und Stefan Canham.

Salon der Kurzgeschichten

Titelbild eines Beitrags über kriegsnotleidende vietnamesische Kinder in der Neuen Berliner Illustrierten (NBI). Foto: Barbara Meffert (1966)
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Eine Kurzgeschichte von Angelika Nguyen über das "Fremd"-Sein in der DDR.

Yoko Tawada: Mein kleiner Zeh war ein Wort. Tübingen: Konkursbuch 2013
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Eine Kurzgeschichte von Yoko Tawada über den Zustand der Welt.

Pinselstriche
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Eine Kurzgeschichte von Linda Koiran über Sprache und Identität.

Vietnamesisches Leben im Berliner Dong Xuan Center. Foto: © Kien Hoang Le
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Eine Kurzgeschichte von Hanna Hoa Anh Mai über Erfahrungsfragmente einer fiktiven 20-jährigen Deutsch-Vietnamesin

Transnationale Verbindungen und Hybridität

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Wer einen asiatischen und einen deutschen Elternteil hat, stolpert beim Schreiben über die eigene Identität zunächst einmal über die Sprache. "Mischlinge" gibt es ebenso wenig wie menschliche Rassen. Miriam Nandi schreibt hier über das Aufwachsen in einer deutsch-indischen Familie und den Versuch, eine Sprache für die Heterogenität der Erfahrungen zu finden.

Cover "The Biopolitics of Mixing"
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Es war kein einfacher Ort zu besuchen, und es ist kompliziert und widersprüchlich - aber dieses Buch inspiriert dazu, nicht nur diese Intimität sondern auch kollektive Räume aufzusuchen und aufzubauen. Noa Ha schreibt über eine "gemischte" Leseerfahrung.

Whereas the motto of the World State in Aldous Huxley's Brave New World is 'Community! Identity! Stability!', the injunction in Germany is not altogether different: 'Integration!'
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Smaran Dayal asks: What does it mean to be spoken of as a model minority? What effect does accepting such a role have on other minoritised communities in this country, and what are its unarticulated implications? These questions aren’t easily answered, but anyone involved in social justice and the idea of an inclusive, non-hierarchical society should have them in mind.

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Wie kann eine anti-rassistische Praxis aussehen, die Rassifizierungserfahrungen und Weiße Privilegien reflektiert? Kien Nghi Ha kritisiert sowohl die schematische Auslegung von People of Color-Politiken als auch die generelle Abrechnung mit dem Critical Whiteness-Ansatz. Stattdessen plädiert er für einen Mittelweg.

 

Vietnamesische Diaspora and Beyond

Videoausschnitte mit englischen Untertiteln aus dem Programm Vietnamesische Diaspora and Beyond, kuratiert von Kien Nghi Ha am Hebbel am Ufer Theater Berlin, 26.11-27.11.2010, im Rahmen des Dong-Xuan-Festivals – Vietnamesen in Berlin.
Filmschnitt, Übersetzung und Untertitel: Alisa Anh Kotmair.

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Dieses Buch wurde zu Recht von der FAZ als Sachbuch empfohlen. Die vielseitige Dokumentation des vietnamesisch-deutschen kulturellen Lebens im Einwanderungsland Deutschland ist ein wertvoller Beitrag zum kulturellen Gedächtnis der in Deutschland lebenden asiatischen communities.

Polylog

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Ein Polylog für Jonny K.

 

 

Die 21. Ausgabe des Kultur- und Gesellschaftsmagazins freitext mit dem Titel "auftauchen" verfolgt das Ziel unterschiedliche Asiatisch-deutsche Perspektiven in ihrer uneingrenzbaren Vielschichtigkeit und Multidimensionalität miteinander in Verbindung zu setzen.