Dossier Ethnic Monitoring – Datenerhebung über oder mit Minderheiten?

Dossier Ethnic Monitoring – Datenerhebung über oder mit Minderheiten?

Dieses Dossier fragt nach der Notwendigkeit der Einführung eines Ethnic Monitoring in Deutschland und nach den Grenzen und Rahmenbedingungen bei der Erhebung ethnischer Daten. Denn äußerste Sorgfalt ist nicht nur geboten, wenn es um die gesellschaftliche Vielfalt von Interessen und Lebensformen analysiert und die Politik in Hinblick auf ihre Anerkennung berät.

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Das Dossier analysiert Möglichkeiten und Grenzen der ethnischen Datenerhebung.

INDIKATOREN & INTEGRATION

Im Kapitel Indikatoren und Integration wird das Integrationsmonitoring als ein noch junges Instrument der Integrationspolitik in Deutschland vorgestellt. Während auf europäischer Ebene seit einigen Jahren mit dem Migrant Integration Policy Index (MIPEX) ein Benchmarking-Instrument erprobt wird, mit dem auf der Grundlage vergleichender statistischer Daten die Integrationsleistungen der verschiedenen europäischen Länder messbar und damit vergleichbar gemacht werden, wird hierzulande erst damit begonnen, systematisch vergleichende Daten und Indikatoren zu entwickeln, um Zuwanderungs- und Integrationsprozesse und deren Folgewirkungen abzubilden.
 

Uschi Sorg stellt die Voraussetzungen für ein (kommunales) Integrationsmonitoring vor und formuliert Anforderungen an Indikatoren und Datenerhebung als notwendige Bestandteile einer wirkungsorientierten Integrationssteuerung.

Weitere Berichte

Dietrich Engels und Miriam Martin, MitverfasserInnen des ersten bundesweiten Integrationsindikatorenberichts, stellen den Forschungsansatz sowie ausgewählte Ergebnisse und Empfehlungen vor.

Mit den datenschutzrechtlichen Aspekten bei der Erhebung ethnischer Daten beschäftigt sich der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar. Er weist auf Rahmenbedingungen und besondere Anforderungen bei der Verwendung dieser Daten hin.

ETHNIC MONITORING & ANTIDISKRIMINIERUNG

Im Kapitel Ethnic Monitoring & Antidiskriminierung geht es um die Frage, ob und wie Ethnic Monitoring als Instrument einer effizienten Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik eingesetzt werden kann. Wo liegen hier erfolgversprechende Ansätze und wo die Gefahren und Probleme? Was kann man von den Diskussionen in Frankreich und Großbritannien lernen?
 

Mario Peucker analysiert Möglichkeiten und Grenzen der statistischen Erfassung der ethnischen Zugehörigkeit für den Nachweis von individueller und struktureller Benachteiligung von Minderheiten.

Joana Vassilopoulou analyzes the longterm experiences with ethnic monitoring in Britain and points out the importance of a continous evaluation of the monitoring process.

Die kontroverse Diskussion in Frankreich über die Zulässigkeit und Effizienz ethnischer Statistiken sowie positiver Maßnahmen gegen ethnische Diskriminierung stellt Sylvia Cleff Le Divellec vor.

IDENTITÄT & SELBSTBESTIMMUNG

Im Kapitel Identität & Selbstbestimmung geht es um den Forschungsbedarf und die mit der Kategorienbildung verbundenen Fragen: Daten und Kategorien sollen zur öffentlicher Sichtbarkeit und zu "Stimme" verhelfen. Stehen Fremdzuschreibungen nicht dazu im Widerspruch?
 

Karen Schönwälder sieht die Politik in der Pflicht, sowohl dem "grenzenlosen Datenhunger" der Wissenschaft Grenzen zu setzen als auch Bedingungen für die Vergabe öffentlicher Forschungsaufträge - wie die Veröffentlichungspflicht des Datenmaterials - zu stellen.

Weitere Aufsätze

von

Kien Nghi Ha sieht den Diversity-Ansatz 'People of Color' als Alternative zu ethnisierenden Kategorien und (Fremd-)Zuschreibungen, die mit dem Ethnic Monitoring einhergehen.

Albert F. Reiterer differenziert zwischen verschiedenen Identitätstypen und legt dar, wie im Übergang zur Postmoderne aus diskriminierender Identitätszuschreibung anerkennende Diversität wird.

Materialien

Eine Link- und Literaturliste bietet die Möglichkeit zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema.