Integrationskurse reformieren. Steuerung neu koordinieren: Schritte zu einer verbesserten Sprachvermittlung

Integrationskurse reformieren. Steuerung neu koordinieren: Schritte zu einer verbesserten Sprachvermittlung

Heinrich-Böll-Stiftung
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Veröffentlichungsort: Berlin
Veröffentlichungsdatum: August 2017
Seitenzahl: 14
Lizenz: CC-BY-NC-SA
Sprache der Veröffentlichung: Deutsch

Die Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitet seit Dezember 2015 in ihrer Kommission «Perspektiven für eine zukunftsgerichtete und nachhaltige Flüchtlings- und Einwanderungspolitik» konkrete Ansätze und politische Empfehlungen für eine belastbare Migrationspolitik. Hier finden Sie das dritte E-Paper der Kommission.

«Sprache ist der Schlüssel zur Integration!» Diese Aussage ist mittlerweile ein integrationspolitischer Allgemeinplatz. Die zentrale Integrations- und Sprachkurspolitik des Bundes, ergänzende Angebote der Länder und Kommunen sowie Angebote von Freiwilligen zielen in diesem Sinn darauf ab, ein ausreichendes Sprachkursangebot für eingewanderte oder geflüchtete Menschen zu gewährleisten.

Seit 2005 ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für die Sprachkurse zuständig, es macht aber kein ausreichendes Angebot. Die Aufnahme einer großen Zahl von Flüchtlingen im Jahr 2015 hat nicht nur zu einer Ausweitung dieses durch den Bund finanzierten Kursangebots geführt, sondern auch politische Entscheidungen zur Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten nach sich gezogen. Die stark gestiegene Nachfrage nach Integrationskursen hat pointiert zu Tage gefördert, vor welchen Herausforderungen die Sprachvermittlung durch Integrationskurse steht.

Das aktuelle E-Paper zeigt diesbezügliche Probleme auf und diskutiert Möglichkeiten der Re-Organisation von Integrationskursen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung und Problembeschreibung
II. Institutionelle und politische Aus gangslage
III. Organisation, Ablauf und Zielgruppen der Integrationskurse
IV. Reformüberlegungen und Handlungsempfehlungen
1. Subsidiäre Organisation und lokale Koordination
2. Zentrale Finanzierung und Kostenerstattung
3. Zentrale Festlegung inhaltlicher Standards
4. Basissprachkurse für alle
5. Verschränkung der Sprachkurs- und Integrations- angebote im kommunalen Raum
6. Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Kursangebote
V. Resümee
Literatur

Kommentare

In den Niederlanden stellt

In den Niederlanden stellt der Staat zentral für jeden Flüchtling mit einer (auch beschränkten) Aufenthaltsgenehmigung ein Sprach-Budget von ca. € 10 K als Kredit zur Verfügung (bei Erfolg und in besonderen Umständen, muss der Kredit nicht zurückgezahlt werden). Die Kommunen entscheiden in Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern über das konkrete Sprachangebot Vorort und deren Zuweisung. Allerdings gibt es auch hier ein Problem, denn neben einer vielleicht besseren (im Vergleich zu D) Steuerung und Organisation spielt die Qualität der konkret angebotenen Sprachangebote eine ganz entscheidende Rolle. Zu große Klassen, nicht immer gut geschultes Personal, wenig Differenzierung nach Leistungsvermögen, inhaltlich zu wenig Praxisbezug (wenig Lernen im Kontext), etc.. Das strukturelle Problem liegt aber vor allem in der fehlenden Anbindung zur Arbeit / Beschäftigung. Nach dem Motto: erst die Sprache lernen und erst dann kümmern wir uns um die Beschäftigung, gehen wertvolle Jahre verloren. Es fehlen einfach strukturierte Arbeitsangebote (mit nur geringen Spracherfordernissen), in denen die wichtige Verbindung Sprache lernen und Beschäftigung üben gelegt werden kann. Gerade Erwachsene lernen eine neue Sprache viel besser im Kontextbezug. Hier liegt ein wichtiger Grund der hohen Misserfolgsquoten von Sprachkursen.

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