Leben in der Illegalität

Aus der Reihe

Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus sind Teil der gesellschaftlichen Realität überall - auch in allen EU-Mitgliedsstaaten. Über ihre Zahl gibt es nur Schätzungen. Für Deutschland liegt sie irgendwo zwischen 100.000 und einer Million Menschen.

Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus werden gemeinhin als "illegale" oder "irreguläre" MigrantInnen klassifiziert, was ihren rechtlichen Status beschreibt, den sie in der Regel nicht selbst gewählt oder gar angestrebt haben. Denn nur ein kleiner Teil (15 -30%) von ihnen hat unautorisiert Grenzen übertreten.Nach Schätzungen für das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind etwa ein Drittel der irregulären MigrantInnen de facto Flüchtlinge, die aufgrund der niedrigen Anerkennungschancen erst gar keinen Asylantrag in den EU-Ländern stellen (Morrison/Crosland 2000). Den Großteil jedoch stellen Menschen, die auf die eine oder andere Weise ihren legalen Status verloren haben. Sie sind als TouristInnen, StudentInnen, SaisonarbeiterInnen, geduldete Flüchtlinge etc. eingereist und erst mit Ablauf ihres Visums oder der Ablehnung ihres Asylantrags bzw. dem Auslaufen einer Duldung irregulär geworden.

 

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
2008
Herausgegeben von
Heinrich-Böll-Stiftung
Seitenzahl
88
Inhaltsverzeichnis

Dieses Dossier gibt Einblicke in die prekären und zum Teil menschenunwürdigen Lebensverhältnisse illegalisierter MigrantInnen mitten in unserer Gesellschaft:

  • Der erste Teil "Illegalisierung" widmet sich dem politischen Umgang mit irregulärer Migration in Europa und den USA. Analysiert werden die Mechanismen, die dafür verantwortlich sind, dass MigrantInnen in die Illegalität getrieben werden. Ihre Lebenssituation ist dadurch gekennzeichnet, dass sie durch politische und mediale Diskurse mal sichtbar mal unsichtbar gemacht wird - z.B. auch durch Spiel- und Dokumentarfilme, die das Leben irregulärer MigrantInnen thematisieren.
  • Der zweite Teil wendet sich den für den Alltag von Erwachsenen wie Kindern "ohne Papiere" wichtigen Lebensbereichen Gesundheit, Bildung, Erwerbsarbeit zu. Hier wird deutlich, dass elementare Menschenrechte für diese Menschen nicht gelten. Da insbesondere Kommunen mit den Alltagsproblemen illegalisierter MigrantInnen konfrontiert sind, wird hier auf deren Umgang mit dem ,Problem' der Illegalität näher eingegangen.
  • Im dritten Teil zur "(Selbst-)Organisierung und Zivilgesellschaft" geht es schließlich um zivilgesellschaftliche Mobilisierung für die Rechte von illegalisierten MigrantInnen. Es werden sowohl Selbstorganisationen undokumentierter MigrantInnen wie auch die vielfältige Arbeit und die Diskussionen kirchlicher, gewerkschaftlicher und anderer Lobbyorganisationen und Aktionen vorgestellt.
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