Sandrine Micosse-Aikins

Residents Only

Panoramabilder entstanden bereits im 15. Jahrhundert und wurden bis ins 19. Jahrhundert zunehmend in der Wissenschaft und zur künstlerischen Unterhaltung genutzt. Sie gelten als das erste Massenmedium. Die Besucher_innen der Unterhaltungspanoramen hatten die Möglichkeit, sich in eine scheinbar andere Wirklichkeit zu begeben, ferne Orte oder historische, darunter auch koloniale Szenarien zu bereisen. Wie heute diente auch damals das Medium der visuellen und politischen Indoktrination.

Residents Only greift diese Idee auf und nutzt das Panorama in seiner zeitgenössischen digitalen Form, um einen Bezug zwischen kolonialen Herrschaftsverhältnissen und globalen Massenbewegungen wie Migration oder Tourismus herzustellen. Die Idee ist, eine Szenerie zu entwickeln, die auf den ersten Blick an Urlaubsprospekte und Werbefilme der Tourismusbranche erinnert, jedoch durch Elemente „gestört“ wird, die in der Realität mit der Urlaubsindustrie in kausalem Zusammenhang stehen. Ich erhoffe mir, dadurch eine Irritation zu erzeugen, die etwas sichtbar macht, das sonst verschleiert und versteckt wird.

 

Über die Künstlerin

Sandrine Micosse-Aikins ist Malerin, Konzeptkünstlerin und Kuratorin und lebt in Berlin. In ihrer Malerei und kuratorischen Arbeit sowie theoretischen Reflexion beschäftigt sie sich mit Fragen von Identität und Zugehörigkeit, Ausgrenzung und (Selbst-)Ermächtigung. Die togolesisch-deutsche Künstlerin hat sowohl in Mauritius als auch am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste (UdK) in Berlin studiert. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen verbindet sie verschiedene Kunstformen zu einer polyphonen Hinterfragung von Identitätsfacetten, Zuschreibungen und ungleichen Machtverhältnissen. 2008 - 2010 war sie Projektleiterin der Veranstaltungsreihe Re/Positionierung – Critical Whiteness/Perspectives of Color und Kokuratorin des Workshops sowie der Ausstellung prét-à-partager.

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Sandrine Micosse-Aikins