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Religionspolitik als Vielfaltspolitik

Empfehlungen für eine grüne Religions- und Weltanschauungspolitik
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Kirchenaustritte, Zuwanderung und Individualisierung haben zu einem vielfältigen religiösweltanschaulichen Zusammenleben in Deutschland geführt. Grüne Politik sollte sich im Rahmen von Religionspolitik stärker mit dieser Vielfalt auseinandersetzen. Hier kommen Grundrechtspolitik, das Management von Vielfalt und Antidiskriminierungsfragen zusammen.

Der Umgang mit religiöser und weltanschaulicher Pluralität sollte daher sowohl institutionell als auch thematisch als Politikfeld definiert und etabliert werden. Politik steht in der Verantwortung zu reflektieren, wie Voraussetzungen dafür geschaffen werden können, die Ausübung von Religion im Rahmen der grundgesetzlichen Vorgaben zu gestalten, Gleichstellung zu erreichen sowie individuelle Religions- und Weltanschauungsfreiheit in ihrer Pluralität stärker zu beachten. Auch gilt es, Symbole und Traditionen christlichen Ursprungs auf ihre Angemessenheit in einer pluralen Gesellschaft zu überprüfen.

Gleichzeitig sollte der weltanschaulich neutrale Staat den religions- und weltanschauungsübergreifenden Dialog fördern. In der politischen und Parteienlandschaft sind die Beteiligungs- und Repräsentationsstrukturen so zu gestalten, dass Angehörige verschiedener Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen an politischen Prozessen und Entscheidungen aktiv und gleichberechtigt beteiligt werden. Hierzu müssen einerseits Strukturen der Teilhabe geschaffen und gleichzeitig Diskriminierung aufgrund von Religion wirkungsvoller bekämpft werden. Antisemitischen Haltungen sowie antimuslimischem Rassismus muss entschlossener gegengesteuert werden. In allen Politikbereichen und gesellschaftspolitischen Ebenen gilt es, Religions- und Weltanschauungspolitik als Vielfaltspolitik zu verstehen und sie aktiv zu gestalten.

Produktdetails
Veröffentlichungsdatum
Juni 2021
Herausgeber
Heinrich-Böll-Stiftung
Seitenzahl
23
Sprache der Publikation
deutsch
Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung
1 Ausgangslage
1.1 Gewachsene Pluralität und Religionsfreiheit
1.2 Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Misstrauen
1.3 Hass und Instrumentalisierung
1.4 Leerstelle Religions- und Weltanschauungspolitik
2 Handlungsempfehlungen
2.1 Religions- und Weltanschauungspolitik als Politikfeld etablieren
2.2 Kooperationsformen prüfen und erweitern, Parität ernst nehmen
2.3 Religions- und Weltanschauungsfreiheit für alle
2.4 Dialog unter Religiösen und mit Nichtreligiösen fördern
2.5 Repräsentation und Teilhabe stärken, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken
3 Fazit
Literaturverzeichnis
Die Autorinnen
Impressum

Schlagworte
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