CommUNITY

Spoken Word

Wie viel Gemeinsamkeit und wie viel Differenz steckt in der Schwarzen Community? In ihrem künstlerischen Beitrag unterstreicht Emilene Wopana Mudimu die Vielfalt innerhalb der Schwarzen Community und appelliert gleichzeitig dafür, den Kampf für Gleichberechtigung auch in den eigenen Reihen nicht zu vernachlässigen.

Foto von Emilene Wopana Mudimu mit einem Mikro in der einen und einem Blatt Papier in der anderen Hand
Teaser Bild Untertitel
Emilene Wopana Mudimu

CommUNITY.

Enthält ‘unity‘:

Lasst es uns fühlen.

An jedem Ort.

Und jeden Tag.

Zusammenhalt.

Manchmal,

Halt Ich dran fest.

Und manchmal ist sie mir zu intensiv.

Nicht selten Euphorie.

So nenn‘ ich.

Die CommUNITY.

Aber wen?

Meinen wir eigentlich?

Mit DIESER

CommUNITY?

Wenn WIR doch alle*,

Sehr unterschiedlich sind?

Meine Gedanken dazu sind folgende:

WIR sind. Schwarz.

Darker- und lighter-skinned.

And everything in between.

Das mit den (Selbst-)Bezeichnungen.

Ist irgendwie ein eigenes Ding.

Manche eher zurückhaltend.

Andere extrovertiert.

Können Afropop lieben.

Oder zu klassischer Musik.

In der Sonne.

Und auf der Skipiste liegen.

WIR sind.

Queere-

Single-

Familien-

Party-

People.

Be_hinderte.

Dichter*innen.

Und Manager*innen.

Kreative.

Arbeiter*innen.

Und Schauspieler*innen.

Fette Menschen.

Diejenigen*,

Die Ruhe.

Und diejenigen*,

Die.

Den Trubel schätzen.

WIR sind.

Nicht alle* gleich.

Und es ist,

Überhaupt nicht!

Leicht.

DAS anzunehmen.

Damit.

Meine ich.

Aber nicht.

Die weißen.

Mit ihren Ansichten.

Und Medien.

Sondern.

Explizit UNS!

Und ehrlich gesagt.

Wäre es,

Keine Kunst!

Unsere Unterschiede.

Als solche.

Zu akzeptieren.

Das Problem ist.

Dass WIR.

In die CommUNITY.

Auch Angst.

Und Erwartungen.

Mitnehmen.

Angst davor.

In dieser Gesellschaft.

Alleine zu stehen.

Denn in vielen Räumen.

Sind WIR bereits.

Einsame Seelen.

Und ist das.

Nicht der Grund.

Warum WIR uns.

Nach Geborgenheit.

Nähe.

Und Zusammenhalt sehnen?

Uns wegen des Kollektivs.

Als Individuen zurücknehmen?

Nun,

Ja.

Soooo drastisch.

Würde ich das.

Vielleicht doch nicht.

(Be)Nennen.

Aber,

Wenn WIR ehrlich sind.

Gibt es schon die einen.

Oder anderen Themen,

In die Wir uns,

Immer wieder verrennen.

Etwa wenn WIR.

Über CommUNITY Care sprechen.

Die mehrheitlich.

Von FLINT* Personen.

Queeren und Non-binären.

Geflüchteten.

Mit marginalisierten und prekären Geschichten.

Übernommen wird.

Seit Jahrhunderten.

Und Jahrzehnten.

Es wird jedoch auch.

Die Momente geben,

Die Uns lehren.

Den Einsatz und das Erbe.

Unserer Vorfahr*innen,

Zu wertschätzen und zu leben.

Black Lives Matter.

#metoo.

Stonewall was a riot!

All‘ diese Bewegungen eben.

Haben Schwarze FLINT* Personen.

Für Uns geebnet.

Doch die Zeiten,

In denen. Misogynoir und Queerfeindlichkeit.

Auf Social Media trenden.

Zeigen Uns.

Der Kampf für Gleichberechtigung.

Nimmt auch in unseren Reihen kein Ende.

Ja,

WIR sind nicht alle gleich.

Und manche von Uns.

Haben es eher.

Leicht(er).

Im Leben.

Doch leider.

Wollen viele.

Nicht so gerne.

Deutlich.

Über (ihre) Privilegien.

Sprechen.

Denn dann.

Würden WIR sehen,

Dass auch Solidaritäten.

In den eigenen Strukturen.

Und Denkweisen.

Fehlen.

Dabei könnte.

Alles.

So praktisch sein.

Sprich Aktivismus und politische Arbeit.

Nicht nur.

Für den Schein.

Wenn WIR.

Vereint.

Verstehn‘,

Dass es nur vorangeht,

Wenn alle*!

Im Rampenlicht stehen.

Und dazu gehört.

Nun mal auch.

Privilegien.

Nicht nur aufzuzeigen,

Sondern auch.

Zu teilen.

Dies.

Sollten WIR versuchen.

Mehr anzuerkennen.

Und weniger.

Zu (ver-)leugnen.

Denn erst.

Wenn WIR einander.

Unsere verletzlichen Seiten zeigen.

Können WIR.

In dieser Welt.

Letztendlich auch heilen.

Sowieso.

Ist Heilung.

Ein wichtiges Anliegen.

Für Uns.

Und überhaupt.

Für alle*.

Ich möchte.

Hier auch mal.

Positive.

Und bestärkende.

Eindrücke.

Teilen.

Davon.

Wie Schwarze Menschen.

In Köln.

Hamburg.

St. Augustin.

Frankfurt oder Berlin.

Eigene Räume schaffen

Um über das Thematisieren von Rassismus-

Erfahrungen.

Hinaus.

Zu Heilen.

Und zu wachsen.

Es gibt Yoga.

Chöre.

Bücher in black-owned Bibliotheken.

Netzwerktreffen für Unternehmen.

Psychologische Beratungen.

Kurse.

Zum Sprachen.

Und Kochen lernen.

Gruppen,

Fürs gemeinsame (Ver-)reisen.

Und fürs experimentierfreudige Haarestylen und Ankleiden.

Empowerment.

In künstlerischen Projekten.

Ausstellungen.

In den Schwarze.

Keine Objekte.

Sondern eigenständige Subjekte sind.

Selbstorganisierte Wanderungen.

Knüpfen von tiefgründigen Beziehungen.

Neue Wege.

Zu heilen.

Im Hier.

Und Jetzt.

Abseits von Debatten,

Die Uns zwingen.

Auf traumatisierende Nachrichten.

Zu reagieren.

Von Schwarzen toten Körpern,

Die von Uns gingen.

Christy Schwundeck.

Oury Jalloh.

Amadeu Antonio.

William Tonou-Mbobda.

Mouhamed Dramé.

Und noch ganz viele.

Rest in peace.

WIR brauchen gar nicht.

In die USA.

Zu schauen.

Rassistische Gewalt führt dazu,

Dass Wir auch im eigenen Land.

Trauern.

Oder auch nicht.

Das Drumherum führt nämlich dazu.

Dass auch Wir manchmal annehmen,

Rassismus,

Der hier passiert.

Sei nicht wichtig.

Das erinnert mich.

Tatsächlich.

An folgende Worte,

Die Toni Morrison einst schrieb:

“Die Funktion, die sehr ernste Funktion von Rassismus ist Ablenkung.”

Und das ist,

Was bei mir hängen blieb.

Für mein Sein.

Für mein Tun in CommUNITY

Lasst Uns.

Den Fokus.

In unsere Mitte lenken.

Vielleicht ist die Rede.

Vom 'WIR'.

Doch keine schlechte.

Wenn das WIR.

Vielmehr.

Als dynamisches.

Sich veränderndes.

Konstrukt.

Verstanden wird.

Wenn das WIR

Impliziert.

Dass eben nicht.

Alle Schwarzen*.

In diesem Land.

Derselben Meinung sind.

Gleich aussehen.

Dieselben Dinge mögen.

Dasselbe Leben leben.

Auf denselben Pfaden gehen.

Denselben Themen Aufmerksamkeit geben.

Sich zum selben Rhythmus bewegen.

Wenn das WIR

impliziert.                   

Das WIR einander.

In unserer Einzigartigkeit sehen.

Und verstehen.

Oder.

Es zumindest versuchen.

Ich glaube,

Ich möchte auf jeden Fall versuchen.

Weniger.

Auf das zu gucken,

Was fehlt.

Manchmal bin ich auch einfach nur beseelt.

Von der Schönheit.

Und Kühnheit.

Von Schwarzem Wissen.

Die Siblinghood.

Möchte ich.

Nicht mehr missen.

Durch diese.   

Konnten sich mir.

Facetten erschließen,

Die sich nur.

Durch gemeinsames Erleben.

Greifen ließen.

Ich möchte,

Dass WIR einander kritisieren.

Und in Verantwortung ziehen.

Denn auch DAS.

Ist ein Akt.

Der Liebe.

Lasst uns.

Community Love.

Großschreiben.

Nicht nur auf der Oberfläche bleiben.

So dass,

Tiefe Verbindungen entstehen.

Und selbst,

Wenn WIR uns mal nicht verstehen.

Wünsche ich mir,

Dass wir uns gegenseitig,

So annehmen.

Wie WIR sind.

Doch am meisten.

Freue ich mich.

Mit viel Zeit und Geduld.

Das WIR genauer anzuschauen.

Auszudiskutieren.

Und zu definieren.

In vielen Jahrhunderten.

Jahrzehnten.

Diesen Spoken Word Text zu lesen.

Und vielleicht zu merken,

Dass doch nicht.

So viel gefehlt hat.

Zur achtsamen.

Aufmerksamen.

Vielfältigen.

Verständnisvollen.

Fordernden.

Freien.

In sich zurückgezogenen.

Aus vielen* Gemeinschaften bestehenden.

Wundervollen.

CommUNITY.