„Die Realität der ostdeutschen Migrationsgesellschaft wird zu wenig benannt“

Interview

30 Jahre nach der Wende fehlen im kollektiven Gedächtnis noch immer die Perspektiven der (ehemaligen) Migrant*innen und Vertragsarbeiter*innen der DDR – obwohl Ostdeutschland schon lange eine Migrationsgesellschaft ist. Noa K. Ha, Migrationsforscherin und Nachwuchsforschungsgruppenleiterin am Zentrum für Integrationsstudien an der TU Dresden, erklärt im Interview, warum das so ist, wie sich die Lebensrealitäten verändert haben und wie sich (post-)migrantische (1) Perspektiven stärken lassen.

Zum Wendejubiläum sprechen viele derzeit von einer „ostdeutschen Identität.“ Gibt es diese überhaupt?

Noa K. Ha: Ich würde sehr vorsichtig damit sein von einer Identität zu sprechen, weil das Tendenzen hat, zu essenzialisieren. Das ist das, was gerade von rechtsaußen explizit versucht und gemacht wird: Das Thema der ostdeutschen Identität politisch zu instrumentalisieren. Aber ich würde sagen, dass es auf jeden Fall ostdeutsche Erfahrungen gibt. Sei es, dass die Leute selbst die DDR selbst gekannt haben oder es eine Generation gibt, deren Eltern die DDR gekannt haben. Die Bezüge zur DDR würde ich als einen gemeinsamen Erfahrungsraum begreifen, den man als ostdeutsche Erfahrung und Referenzpunkt nennen und auf den man sich beziehen kann.

"Ich beobachte, dass wir eigentlich noch viel zu wenig darüber wissen, was die ostdeutsche Migrationsgesellschaft ist."

Wie wirken die Erfahrungen „ostdeutsch“ und „(post-)migrantisch“ ineinander?

Noa K. Ha: Was ganz schön ist, ist, dass im Begriff „(post-)migrantisch“ auch das Wort „Ost“ vorhanden ist. Denn es ist nötig, die ostdeutsche Migration nochmal expliziter zu machen, weil es nämlich keine Gastarbeitergeschichte ist, sondern eine andere Migrationsgeschichte. Ich beobachte, dass wir eigentlich noch viel zu wenig darüber wissen, was die ostdeutsche Migrationsgesellschaft ist. Es wird zu wenig benannt und erzählt, obwohl es eine Realität ist. Mit dieser Realität meine ich sowohl die Migrationen zu Zeiten der DDR: Vertragsarbeiter*innen, aber auch diejenigen mit politischem Asyl. Zusätzlich gab es eine Art Ausbildungsprogramme zwischen sozialistischen Brüderstaaten, wo Kinder und junge Menschen aus Griechenland oder Nordkorea in der DDR gelebt haben, um ihnen die Bildungssysteme zugänglich zu machen. Es gab also verschiedenste Migrationswege in die DDR.

Und dann gibt es auch die massiven Migrationen nach der Wende: Sowohl die migrantischen als auch die deutsch-deutsch Migrationen, denn es gab sowohl den Wegzug von Familien, die als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen und dann nach Westdeutschland gegangen sind, aber auch von vielen weißen Ostdeutschen. Dann gibt es auch den Zuzug von Westdeutschen nach Ostdeutschland, von denen viele dann in Führungspositionen arbeiteten. Darüber hinaus gibt es viele Spätaussiedler, die aus dem postsowjetischen Raum kamen und sich dann in neuen deutschen Bundesländern niederließen.

"Es ist falsch, davon auszugehen, es habe bis 2015 keine Migration – weder nach innen noch nach außen – gegeben, wie es die AfD oder Pegida behaupten."

Wo stehen diese ostdeutschen Migrationsnarrative im Kontext der gesamtdeutschen Erzählung?

Noa K. Ha: Die (post-)migrantischen Perspektiven sind immer noch sehr westdeutsch geprägt.

Die migrantische Realität und die Migrationsgesellschaft in Ostdeutschland ist eine andere als in Westdeutschland, weil die Zusammensetzung sich aus anderen Migrationsgeschichten speist. Wenn ich von einer ostdeutschen Migrationsrealität spreche ist sie also genauso vorhanden, aber noch viel zu wenig benannt und erzählt, weil das gesamtdeutsche Narrativ immer noch sehr stark von zwei Dingen geprägt ist: Zum einen von der Erzählung, die Migration sei in die westdeutsche Gesellschaft passiert, zum anderen von einer Erzählung die sagt, die Leute in der DDR seien isoliert gewesen, hätten keinen Kontakt mit dem Ausland gehabt, man sei sozusagen nur unter sich gewesen. Das stimmt in Teilen, zum Beispiel haben Vertragsarbeiter*innen in eigenen Wohnheimen gelebt. Dennoch gibt es migrantische Kontinuitäten. Es ist falsch, davon auszugehen, es habe bis 2015 keine Migration -  weder nach innen noch nach außen – gegeben, wie es die AfD oder Pegida behaupten.

Woran sieht man diese Kontinuitäten?

Noa K. Ha: Wir können beobachten, dass sich die migrantischen Vereine in den letzten Jahren organisieren: In allen neuen Bundesländern haben sich Dachverbände gebildet, die sich sehr selbstbewusst und sehr engagiert aufstellen und ihr Recht auf Teilhabe einfordern. Die ostdeutsche, (post-)migrantische Realität ist vorhanden, sie ist jedoch sehr lange ignoriert worden, auch von westdeutscher Seite. Ich wäre also vorsichtig, das (post-)migrantische universal zu betrachten, weil die Erfahrungen dann doch sehr unterschiedlich und spezifisch sind. Es braucht neue Erzählungen, die auf diese Vielfalt eingehen. Diese sind im Entstehen und sehr selbstbewusst, sowohl von Seiten migrantischer Vereine, als auch von einer jungen, weißen ostdeutschen Generation. Auch aus einer ostdeutschen migrantischen Perspektive wird jetzt gesagt: „Wir sind schon lange hier, wir gehen auch nicht mehr weg.“ Insofern leistet das (post-)migrantische Konzept, eine Forderung zu formulieren, dass es einen Anfang für ein deutsches Selbstverständnis dafür geben muss, dass wir eine Einwanderungsgesellschaft sind. Deshalb sind wir divers, heterogen. Wir haben ein Recht auf Teilhabe und Partizipation und das muss sich in den Strukturen und Geschichten zeigen.

Wie hat sich das Leben der in der ehemaligen DDR lebenden Migrant*innen durch die Wende verändert?

Noa K. Ha: Ich selbst kenne mich da eher mit den vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen aus. Ganz konkret haben mit der Wende alle ihre Arbeitsplätze verloren, weil es die Betriebe nicht mehr gab. Das hieß für die Vertragsarbeiter*innen, auch den Aufenthaltsstatus zu verlieren. De facto waren alle von einem Tag auf den anderen von Abschiebung bedroht. Das war ja sowieso eine große Frage, was mit all den Leuten passiert, die in den volkseigenen Betrieben gearbeitet haben. Diejenigen mit Vertragsarbeiterstatus waren aber in der Reihenfolge am letzten Ende. Von den ehemaligen Vertragsarbeiter*innen aus Mosambik sind zum Beispiel viele zurückgegangen und demonstrieren teilweise bis heute in Maputo, weil ihre Gehälter nicht gezahlt worden sind, Stichwort „Madgermanes“. Die Vertragsarbeiterverträge sind immer mit den jeweiligen Staaten gemacht worden, das heißt, wenn es Nachfolgeabkommen gab, muss die BRD diese nur für die spezifische Personengruppe übernommen haben. Für Menschen aus Vietnam gab es nach der Wiedervereinigung eine besondere Regelung. Es war ausgehandelt worden, dass diejenigen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, nur dann in Deutschland bleiben können, wenn sie sich selbstständig machen oder aber eine Art Abfindung bezahlt bekommen, damit sie das Land verlassen. Was man sieht ist, dass die erste Generation sich selbstständig gemacht hat, um sich über Wasser zu halten. Mit Blumenläden, Ein-Euro-Geschäften, Imbissen.

Wie nehmen Sie die Lebensrealitäten der (post)migrantischen Communites heute wahr? „Integriert“ beziehungsweise assimiliert (3) oder segregiert?

Noa K. Ha: Ich würde sagen es ist ähnlich wie in westdeutschen Städten. Die ehemaligen Vertragsarbeiter*innen wohnen nicht mehr in den Heimen, in denen sie damals untergebracht wurden, sondern in eigenen Wohnungen oder Häusern. Sie haben sich im städtischen und ländlichen Raum eingerichtet, es gibt migrantische Nachbarschaften, einen gelebten Alltag, Kinder gehen gemeinsam in die Schule. Es gibt Bezirke, in denen es mehr Familien und Kinder mit Migrationshintergrund gibt, das kennen wir aber auch aus westdeutschen Städten.

Dass diese Segregation auf den Strukturen von damals basiert, würde ich nicht sagen. Was in ostdeutschen Städten viel stärker passiert, ist, dass die migrantischen Familien eher in Wohnungen leben, die in der Hand der Kommune sind. Diejenigen, die das höhere Einkommen haben können sich die bessere, teurere Wohnung leisten. Darüber kommt es zu einer Konzentration, weil die wenigen günstigen Wohnungen die sind, die die Migrant*innen überhaupt anmieten können.

Aber auch wenn es Unterschiede in den Städten zwischen den Stadtbezirken gibt, so werden die postmigrantischen Communities präsenter, weil sie sich in Vereinen organisieren, weil sie Kulturproduktionen initiieren, weil sie studieren und weil sie ihr Recht auf Teilhabe in dieser demokratischen Gesellschaft einfordern. Da die migrantischen Communities aufgrund ihrer Herkunftsgeographien und dem Zeitpunkt des Ankommens so unterschiedlich sind, ist es nur eine sehr grobkörnige Aussage, die ich hier treffen kann, weil sowohl Tendenzen der Segregation als auch Tendenzen der Integration zu beobachten sind.

Beobachten Sie da zwischen Berlin, wo Sie leben und Dresden, wo Sie hauptsächlich arbeiten, Unterschiede?

Noa K. Ha: In Berlin kann man in manchen Bereichen beobachten, dass es die zweite Generation ist, die übernimmt. Die Kinder eröffnen jetzt Restaurants, nicht mehr einfache Imbisse, teilweise zieht sich die Elterngeneration aus den Gemüseläden und Spätverkaufen zurück. Man kann also Verschiebungen sehen, dahingehend dass andere ökonomische Segmente von der zweiten Generationen bedient werden. In Dresden finden die Verschiebungen auch statt, aber nicht ganz so augenfällig, da ist das z.B. vietnamesisch-diasporische Leben sehr viel zurückgezogener. Was aber ein großer Unterschied ist: Die Auseinandersetzung mit Rassismus und rechtsextremen Strukturen ist sehr viel dezidierter in den ostdeutschen Bundesländern. Es wird sehr viel klarer und deutlicher von der Politik eingefordert, sich dazu zu verhalten, weil die Formierung rechtsextremer, rechtsterroristischer, völkischer Gruppierungen von AfD über Pegida bis hin zu der Identitären Bewegung in ihrer Organisation und Alltäglichkeit weitaus präsenter ist. Mein Eindruck ist, dass dafür auch eine viel höhere Sensibilität und ein anderes Bekenntnis zur Teilhabeeinforderung besteht. In Berlin wird die Bedrohung von antidemokratisch völkischen Formationen noch gar nicht so gesehen, während das in den ostdeutschen Bundesländern sehr viel präsenter ist.

Wo liegen mögliche Unterschiede der Perspektiven zwischen erster und zweiter oder dritter Generation?

Noa K. Ha: Ein ganz großer Unterschied ist, dass die zweite Generation die deutschen Bildungsinstitutionen durchlaufen hat. Sie verfügen über sehr gute Deutschkenntnisse und engagieren sich in Vereinen. Auch die erste Generation engagiert sich zwar, die zweite Generation ist aber eine, die stärker einen Fokus darauf setzt zu sagen: „Wir sind jetzt hier und wir können einfordern: Wir sind jetzt Deutsch.“ Ein Teil hat die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Teil aber auch nicht. Das wiederum hat auch Auswirkungen auf das Engagement. Wenn ich die Staatsbürgerschaft nicht habe überlege ich mir auch, zum Beispiel Kritik an rassistischen Strukturen zu üben.

Wenn die zweite Generation das deutsche Bildungssystem durchlaufen hat, gibt es ein Versprechen auf gute Voraussetzungen, Teil der deutschen Gesellschaft zu werden. Wenn die Kinder dieser Generation dann dennoch durch das Bildungssystem diskriminiert werden, weil sie als NDH Kinder (Nicht-deutscher-Herkunft) markiert werden, dann gibt es eine andere Auseinandersetzung, auch mit den Alltagsstrukturen in Deutschland. Da stellt sich die Frage: Wie werden eigentlich Unterschiede produziert zwischen den Deutschen und den Migrant*innen – und das über Generationen hinweg? Das können wir an den Diskussionen zu (post-)migrantischen Theater und Konzepten sowie den neuen deutschen Organisationen beobachten, die den Bezug auf den Lebensraum in Deutschland explizit machen.

Erwarten Sie eine Veränderung oder Verschlimmerung der Lebensrealitäten (post-) migrantischer Communities in Ostdeutschland, insbesondere mit Blick auf die Wahlergebnisse in Sachsen und Prognosen in anderen Bundesländern?

Noa K. Ha: Es gibt eine Erleichterung, dass in Sachsen möglicherweise eine Regierung ohne die AfD gebildet wird. Bis in die bürgerlichen Parteien ist inzwischen klar, dass ganz großer Handlungsdruck besteht. Es soll mehr politische Bildung an Schulen stattfinden, Migrantenorganisationen sollen stärker eingebunden werden. Ich sehe da ganz viel Bewegung. Die Frage ist, ob man damit tatsächlich gegenüber AfD, Pegida und den ideologischen Verkürzungen was entgegensetzen kann. Das wird sich zeigen.

Ich würde aber nicht sagen, dass es sich verschlimmert, denn es ist einfach schon schlimm. Für alle, die sich dort bewegen ist es permanent so seit der Wende. Es war schon immer schlimm, das Gefühl der Gefährdung blieb in den letzten dreißig Jahren. Es war nie wirklich sicher. Die Sichtbarkeiten haben sich verändert. Aber für diejenigen die dort sind ist es so: Wir leben permanent unter dieser Bedrohung und dennoch haben wir einen Alltag. Es nervt mich, dass es plötzlich Warnungen gibt, dass People of Colour (4) nicht mehr nach Ostdeutschland fahren sollen. Ja, es ist eine gefährlichere Situation und ich würde auch nicht überall alleine hinfahren, aber es gibt eine Menge Schwarze Geflüchtete, die im sächsischen, ländlichen Raum untergebracht sind, die nicht das Privileg haben zu entscheiden, ob sie in den Osten fahren oder nicht. Die sind dort. Das verlieren wir aus dem Blick, wenn wir so tun, als würde es keine ostdeutsche migrantische Realität geben. Ich würde mich als westdeutsche Frau of Colour bezeichnen, ich habe ein Privileg, ich kann an einer Uni arbeiten. Gerade da ist es wichtig, Solidarität zu zeigen. Es gibt viele migrantische Familien die sagen: „Wir leben hier, das ist unser Alltag. Wir gehen hier nicht weg. Wir wollen uns dafür entscheiden.“ Andere können sich aber gar nicht dagegen entscheiden. Das ist wichtig gerade jetzt deutlich zu machen, gerade jetzt dreißig Jahre nach Mauerfall und mit der Normalisierung von Rechtsextremismus und Rassismus.

"Es ist unbedingt nötig, dass wir eine Pluralisierung der bundesdeutschen Migrationsnarrative erlangen, die die deutsche Migration nicht nur von der westdeutschen Gastarbeiter*innenperspektive her erzählt, sondern auch von der ostdeutschen Vertragsarbeiter*innenperspektive her."

Wie lassen sich diese (post-)migrantischen Perspektiven im Kontext der Normalisierung von Rassismus stärken?

Noa K. Ha: Es braucht mehr Austausch zwischen den ostdeutschen und westdeutschen migrantischen Communities, z.B. durch Austauschprogramme zwischen west- und ostdeutschen Migrant*innen(selbst)organisationen, also das Gespräch über die Differenz und darüber, diesen Erfahrungsraum explizit zu machen. Das fängt aber gerade auch an, das ist das interessante an der Debatte „Dreißig Jahre nach dem Mauerfall.“ Das heißt, wir brauchen mehr Forschung dazu, mehr Ausstellungen dazu. Ich sehe da auf der einen Seite eine viel stärker differenzierte und nuancierte Diskussion um diese Differenzen. Auf der anderen Seite gibt es die gesellschaftliche Polarisierung, wie sie von rechtsextremen Gruppen vorgenommen wird. Das passiert beides gleichzeitig. Es ist unbedingt nötig, dass wir eine Pluralisierung der bundesdeutschen Migrationsnarrative erlangen, die die deutsche Migration nicht nur von der westdeutschen Gastarbeiter*innenperspektive her erzählt, sondern auch von der ostdeutschen Vertragsarbeiter*innenperspektive her. Es braucht eine neue Aushandlung darüber, wer wir als gesamtdeutsche Einwanderungsgesellschaft sind, und was unsere vielfältige und komplizierte Migrationsgeschichte ist. Es geht darum, die Frage zu stellen, welche Narrative wir brauchen, um sehr viel selbstverständlicher mit unserer Einwanderungsgesellschaft umzugehen.

Das Interview wurde geführt von Sarah Ulrich.

 

Glossar:

(1) (Post-)migrantisch:

Ein von der Theatermacherin Shermin Langoff geprägter Begriff, der das Ziel hat, „die Migration nicht zum Sonderfall, Mehrfachzugehörigkeit nicht zum Problem und Rassismus nicht zur Ausnahmeerscheinnung“ (Foroutan et al.  2018) zu erklären. Unter „postmigrantisch“ werden alle Menschen zusammengefasst, die sich mindestens in der zweiten Generation in der Bundesrepublik befinden.

(2) Schwarz:

Schwarz wird hier als die selbstgewählte Bezeichnung von Schwarzen Menschen großgeschrieben, da „Schwarz zu sein [...] keine Eigenschaft [ist], sondern eine gesellschaftspolitische Position“ (Sow 2011).

(3) ‚Integration‘:

Der Begriff ‚Integration‘ wird in Anführungszeichen geschrieben. Grundlage ist die Annahme, dass das, was von Migrant*innen als 'Integration' gefordert wird, nie vollständig möglich ist, denn „[i]n der politischen Diskussion wird er [der Begriff der Integration ...] meist als Assimilation verstanden, das heißt, als Aufgabe der eigenen kulturellen und sprachlichen Herkünfte und im Sinne einer totalen Anpassung an die deutsche Gesellschaft“ (Meier-Braun 2002).

(4) People of Color:

Der Begriff People of Color (im Singular Person of Color) ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus erfahren.

 

Literatur:

Kien Nghi Ha / Nicola Lauré al-Samarai / Sheila Mysorekar (Hg.). 2016. re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Colour auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland. Münster: Unrast.

Naika Foroutan / Juliane Karakayali / Riem Spielhaus (Hg.). 2018. Postmigrantische Perspektiven. Frankfurt am Main: Campus Verlag.

Karl-Heinz Meier-Braun. 2002. Deutschland, Einwanderungsland, Frankfurt am Main: Suhrkamp

Noah Sow. 2011. Schwarz für Weiße. In: Arndt, Susan / Nadja Ofuatey-Alazard (Hg.). Wie Rassismus aus Wörtern spricht.(K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster: unrast.

 

Am 10. November fand im Rahmen der Festivalwoche "30 Jahre Friedliche Revolution - Mauerfall" ein Gespräch zum Thema "Ostdeutsch-Plus. Die DDR-Migrationsgesellschaft seit dem Fall der Mauer" statt. Mehr Infos hier.