ThemenschwerpunktOstdeutsch und (post-)migrantisch

In den Erzählungen über die ostdeutsche Gesellschaft vor und nach dem Mauerfall fehlen noch immer die Perspektiven von Migrant*innen, ehemaligen Vertragsarbeiter*innen, der postmigrantischen und der BiPoC-Communities. Dass auch Ostdeutschland eine Migrationsgesellschaft ist, findet wenig Beachtung. Der Schwerpunkt nimmt die spezifischen Erfahrungen ostdeutscher Migrationsgeschichten und (post-)migrantische Realitäten in den Blick. Kuratiert von Ngoc Bich Tran.

"Ich fand es anstrengend, immer wieder die gleichen Fragen gestellt zu bekommen: 'Wie ist das denn mit dem Rassismus im Osten und woher kommt das?'“

Nhi Le

"Es braucht eine neue Aushandlung darüber, wer wir als gesamtdeutsche Einwanderungs-gesellschaft sind, und was unsere vielfältige und komplizierte Migrationsgeschichte ist."

Noa K. Ha

"Fragst du dich auch, wie viele Tage zwischen „Wir sind das Volk“ und „Ausländer raus“ lagen? Sind wir wiedervereint oder widervereint?"

Stefanie-Lahya Aukongo

Zeitzeug*innen-Gespräche

"Gehrenseestraße 1" von Duc Ngo Ngoc

Hier wohnten vor allem vietnamesische Vertragsarbeiter*innen, die ab 1980 in die DDR kamen. Regisseur Duc Ngo Ngoc interviewte Nguyen Anh Tuan, der hier als Kind wohnte. Der Film ist entstanden im Rahmen des Dossiers "Aus Vietnam in die DDR. 40 Jahre Vertragsarbeiter-Abkommen".

Vor vierzig Jahren schlossen die DDR und Vietnam ein Abkommen zur Übernahme von Vertragsarbeiter*innen. 16.000 sind nach dem Ende der DDR in Deutschland geblieben. In der Geschichtsschreibung und im öffentlichen Diskurs werden ihre Perspektiven oft vergessen. In diesem Zeitzeuginnengespräch spricht Filmemacher Duc Ngo Ngoc mit der ehemaligen Vertragsarbeiterin Thu Huong Pham Thi ​und ihrer Tochter Giang Thuy Nguyen über ihre Migrationsgeschichte, ihre erste Liebe und ihren Umgang mit Rassismus. Der Podcast ist Teil vom Projekt Stadt Land Ost.