Aktuelle Beiträge „Ohne ihr Vertrauen könnte ich kein einziges Foto machen“ Interview Toby Binder dokumentiert in seiner Fotografie den Alltag von Menschen, die in der Gesellschaft oft marginalisiert sind. In seinem Bildband #053KIDS portraitiert er Kinder und Jugendliche im Duisburger Stadtteil Hochfeld. Was es für diese Arbeit braucht, erzählt er im Interview. Hakan Akçit Suraj Mailitafis Kampf um Gerechtigkeit Portrait Drei Schüsse eines Polizisten töteten den 21-jährigen Lorenz A. aus Oldenburg. Ein Jahr später kämpft der Aktivist Suraj Mailitafi immer noch für Konsequenzen – und gegen ein System, das er für rassistisch hält. Ein Portrait anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus. Djamilia Prange de Oliveira "Die Arbeit von Betroffenen muss strukturell unterstützt werden" Interview Ibrahim Arslan kämpft seit Jahren für eine Erinnerungskultur, die aus der Perspektive von Betroffenen erzählt wird. Nun ist er mit dem Film „Die Möllner Briefe“ quer durchs Land getourt. Ein Gespräch über besondere Begegnungen, Solidarität und politische Verantwortung. Derya Türkmen Leseprobe von Alla Leshenko Leseprobe aus dem Erzählband "Von Wespen und Raubfröschen" von Alla Leshenko. „Jetzt ist keine gute Zeit, um unpolitisch zu sein“ Interview Die Schriftstellerin und Lektorin Alla Leshenko hat ein Faible für Märchen, Horror und die deutsche Sprache, die sie sich selbst beigebracht hat. Für ihr Engagement gegen rechts bekommt sie viel Hass ab, trotzdem steht für sie fest: Unpolitisch zu sein ist keine Option. Hakan Akçit "Die Balance in der Migrationspolitik ist gekippt" Interview Kontrolle und Abschreckung dominieren heute die Migrationspolitik, zulasten von Schutzstandards und Menschenrechten. Im Rückblick auf die Entwicklungen der letzten zehn Jahre beschreibt Migrationsforscherin Petra Bendel, wie es anders gehen könnte und erinnert an die Ursprünge des Flüchtlingsrechts. Christian Jakob „Wer sind die Unzivilisierten?“ Interview Die kürzlich mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Serie „Uncivilized“ erzählt von medialen Großereignissen, postmigrantischen Lebensrealitäten und Alltagsrassismus in Deutschland. Ein Gespräch mit dem Produzenten Çağdaş Eren Yüksel. Safiye Can, Hakan Akçit Wir sind müde heimat.kolumne Zwischen den Baseballschlägerjahren und der aktuellen Stadtbild-Debatte liegen über 30 Jahre migrantische Kämpfe um Anerkennung, Zugehörigkeit und gegen rechte Gewalt. Hakan Akçit beschreibt, wie ermüdend diese Kämpfe und Debatten für Menschen mit Migrationsgeschichte sind. Hakan Akçit Unter Wasser Gedicht Mariia Mascha Kaziun Fremd dort und hier Gedicht Rojin Namer Es regnet nicht mehr Gedicht Jamal Abasi Immer noch dieselbe Person Gedicht Mahnaz Jafari Drei Jahre Gedicht Mykhailo Krasilnikov Zuhause Zuflucht finden Gedicht Ali Alzaeem Hoffnung, Haltung, Härte – Ein Jahrzehnt der Grenzverschiebungen Essay 2015 zeigte Deutschland, was möglich ist, wenn Empathie stärker ist als Angst. Zehn Jahre nach "Wir schaffen das" steht das Land an einem neuen Wendepunkt: Zwischen dem Anspruch auf Humanität und den Realitäten einer immer restriktiveren Migrationspolitik. Mekonnen Mesghena Von der Willkommenskultur zur Festung Europa: Auslagerung von Asylverantwortung nach Nordafrika Hintergrund Zehn Jahre nach der europäischen „Willkommenskultur“ hat die EU ihre Asylverantwortung zunehmend nach Nordafrika ausgelagert – und ignoriert dabei Rassismus, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen zugunsten kurzfristiger Grenzkontrolle. Shimaa Samy Mehr geschafft als gedacht: 10 Jahre kommunale Aufnahmepolitik in Deutschland Analyse Statt drohendem Kollaps zeigen viele Kommunen in Deutschland seit 2015 Lösungswege in der Migrationspolitik. Aufnahme gelingt vor Ort mit Pragmatismus, Professionalität und Engagement. Giulia Fellin, Julia Schumann Solidarische Zivilgesellschaft: Was bleibt von 2015? Feature Ohne die überwältigende Solidarität in der Zivilgesellschaft wäre die Aufnahme von hunderttausenden Schutzsuchenden 2015 undenkbar gewesen. Was bleibt von 2015 – und wie steht es heute um die deutsche Willkommenskultur? Christian Jakob Aufnahmebereitschaft und Staatsversagen – Bilanz der Fluchtaufnahme seit 2015 und 2022 Analyse Zehn Jahre nach dem "Sommer der Migration" werden die damaligen Entscheidungen noch immer kontrovers diskutiert. Dietrich Thränhardt zieht eine Bilanz der Flüchtlings- und Integrationspolitik der letzten Dekade. Prof. em. Dr. Dietrich Thränhardt Frauen in Afghanistan: "Ihnen gehört jede Zeile, die ich schreibe" Interview In dem zweisprachigen Gedichtband "Ich habe den Zorn des Windes gesehen" schreibt die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Mariam Meetra über den Verlust von Heimat und die Widerstandskraft afghanischer Frauen. Warum sie ihnen jede Zeile widmet, die sie schreibt, erzählt sie im Interview. Safiye Can, Hakan Akçit Leseprobe Mariam Meetra Zwei ausgewählte Gedichte aus dem Gedichtband "Ich habe den Zorn des Windes gesehen" von Mariam Meetra. Mariam Meetra Zwischen Grenzen, Bürokratie und Widerstand: Zwei sudanesische Frauen in Kairo Reportage Durch den verheerenden Krieg im Sudan wurden Millionen von Menschen vertrieben – die meisten davon Frauen und Kinder. Am Weltflüchtlingstag erzählt die Journalistin Shimaa Samy die Geschichten zweier sudanesischer Frauen in Kairo, die trotz Traumata, Diskriminierung und struktureller Gewalt weiter um Anerkennung kämpfen. Shimaa Samy Wie zwei Kinder eine Gesellschaft demaskierten Statement Als Vater eines der beiden Mädchen, deren mutige Intervention 2013 eine deutsche und internationale Debatte über Sprache, Rassismus und Zugehörigkeit auslöste, erzählt Mekonnen Mesghena von kindlicher Zivilcourage, solidarischer Öffentlichkeit und der Kraft gelungener politischer Einmischung. Mekonnen Mesghena „Wir dürfen als Gesellschaft nicht demokratiefaul werden“ Interview In der deutschen Theaterlandschaft wird das Thema Diversität nach wie vor zu selten als Chance begriffen. Im Gespräch mit Elizabeth Blonzen plädiert die Dramaturgin, Schauspielerin und Regisseurin Antigone Akgün dafür, Diversität nicht nur als Aufgabe zu sehen, die „abgehakt“ werden muss. „Von den Rändern auf die Mitte schauen“ Interview Theater sind auf die Perspektiven der sogenannten Anderen angewiesen, wenn sie nicht irrelevant werden und ihre moralische Autorität verlieren wollen, sagt der Autor Necati Öziri. Wie man sie für alle zugänglicher machen kann, diskutiert er im Gespräch mit Elizabeth Blonzen. Anschläge in Deutschland: Doppelstandards und Instrumentalisierung heimat.kolumne In den vergangenen Monaten wurde Deutschland durch unterschiedliche Anschläge erschüttert, die oftmals populistische Debatten ausgelöst haben. Was auffällt: Ist ein Täter mutmaßlich rechtsextrem, schwindet das mediale Interesse schnell. Das zeigt die Tat von Mannheim – aber auch der Brandanschlag in Solingen im März 2024. Hakan Akçit „So wird Kunst zu einer Sprache, die überall gesprochen wird“ Interview Rahulla Torabi ist bildender Künstler und kam in seinem 17. Lebensjahr aus Afghanistan nach Deutschland. Im Zwischenraum für Kunst spricht er über die verbindende Kraft von Kunst, seine Faszination für Geschichten und erzählt, warum er fast wunschlos glücklich ist. Safiye Can, Hakan Akçit Es geht auch anders! #Solidarität mit Prof. Dr. Manuela Bojadžijev und Dr. Bernd Kasparek Podcast-Episode Was passiert, wenn Migration nicht als Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern als Triebfeder für die Demokratisierung der Demokratie verstanden wird? Ein Gespräch mit Prof. Dr. Manuela Bojadžijev und Dr. Bernd Kasparek. Es geht auch anders! #Gender mit Prof. Dr. Helen Schwenken Podcast-Episode Was ist feministische Migrationspolitik? Warum ist sie wichtig? Welche Ideen gibt es zur Umsetzung? Darüber spricht Geraldine Mormin in der 3. Episode von "Es geht auch anders!" mit Helen Schwenken, Professorin für Migration und Gesellschaft an der Universität Osnabrück. Es geht auch anders! #Arbeit mit Prof. Dr. Anne Lisa Carstensen Podcast-Episode Wie wirken sich verschiedene Aspekte von Migrationspolitik auf Arbeitsmarktpolitiken und Arbeitsrechte aus? In der vierten Folge von "Es geht auch anders!" sprechen wir mit Prof. Dr. Anne Lisa Carstensen über das Thema Arbeit. Es geht auch anders! #Aktiv mit Matthias Weinzierl Podcast-Episode In Bayern erhalten Geflüchtete ihr Geld auf eine Bezahlkarte – mit massiven Einschränkungen. Das Münchner Bündnis „Offen!“ reagiert mit kreativer Solidarität: Wechselstuben tauschen Gutscheine gegen Bargeld. Mehr dazu in Folge 5 von "Es geht auch anders!". Es geht auch anders! #Grenzen mit Prof. Dr. Volker Heins Podcast-Episode In der ersten Folge der Reihe "Es geht auch anders!" erklärt Politikwissenschaftler und Buchautor Prof. Dr. Volker Heins, warum geschlossene Grenzen Demokratie und Wohlstand gefährden und diskutiert mit uns Wege für eine solidarische Migrationspolitik. Solidarität unter Betroffenen: Gemeinsam gegen das Vergessen Nicht nur rechte, rassistische und antisemitische Gewalt hat eine lange Kontinuität in Deutschland, sondern auch die Selbstorganisierung von Betroffenen. Sie vernetzen sich untereinander, geben einander Halt und kämpfen gemeinsam gegen das Vergessen. Ali Şirin Fünf Jahre nach Hanau Said Etris Hashemi, der den Terroranschlag in Hanau schwerverletzt überlebte und dessen Bruder Nesar bei dem Anschlag ermordet wurde, ist zu einer unüberhörbaren Stimme im Kampf gegen Rassismus geworden. Heute blickt er zurück auf die letzten fünf Jahre und auf das, was ihn bestärkt, weiter laut zu sein. Said Etris Hashemi Weil ich dich eigentlich liebe, Hanau Nouha El Jazouli ist Stadtschulsprecherin in Hanau und engagiert sich in der Bildungsinitiative Ferhat Unvar. Zum Zeitpunkt des Anschlags war sie 12 Jahre alt. In ihrem lyrischen Text reflektiert sie, wie der Anschlag ihr Leben und die Stadt verändert hat. Nouha El Jazouli Du musst in einem Februar frieren Das Gedicht von der Künstlerin Tanasgol Sabbagh erinnert uns daran, dass auch fünf Jahre nach Hanau die Erinnerung unausweichlich bleibt: In jedem Blick, in jedem Gespräch, in den Strukturen, die uns umgeben – gegen das Vergessen, gegen das Verdrängen. Tanasgol Sabbagh Unsere Väter sollen nicht vergessen werden Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık verbindet eine tiefe Freundschaft und ein geteilter Schmerz. Ihre Väter wurden beide vom NSU ermordet. Der Anschlag in Hanau riss alte Wunden wieder auf – und zeigt, wie wichtig der Kampf der Angehörigen für Erinnerung und Konsequenzen ist. Semiya Şimşek, Gamze Kubaşık ein gedicht namens Charlotte Ein Name ist nicht nur ein Wort – er trägt Erinnerung, Identität und ein versprochenes Morgen. Doch was bleibt, wenn Namen verwaltet, Leben ausgelöscht und Geschichte in Datenbanken entmenschlicht wird? Eine lyrische Spurensuche von Temye Tesfu. Temye Tesfu Kein Wahlkampf auf dem Rücken von Geflüchteten heimat.kolumne Nach dem Sturz des Diktators Assad in Syrien ist die Freude unter Syrer*innen groß. Die kurz danach formulierten politischen Forderungen nach Abschiebungen und der Rückkehr von syrischen Geflüchteten, die in Deutschland Schutz gefunden haben, sind beschämend und verkennen die unsichere Lage vor Ort. Hakan Akçit Selbstbestimmt und solidarisch: Erinnern an rechten Terror in Halle und Hanau Interview Newroz Duman und Rachel Spicker sprechen über die Bedeutung einer solidarischen Erinnerung an die Anschläge von Halle und Hanau, aktuelle Herausforderungen und die zentrale Rolle der Betroffenen. Syrische Geflüchtete in Deutschland: Sie würden uns fehlen! Kommentar Fast eine Million Menschen aus Syrien haben seit 2011 bei uns Zuflucht gefunden. Bereits kurz nach Assads Sturz werden nun mit scharfen Tönen ihre Rückkehr und Abschiebungen nach Syrien gefordert. Dabei können wir uns glücklich schätzen, wenn sie bleiben. Bente Scheller, Kirsten Krampe "Eine Schande für das deutsche Gesundheitssystem" heimat.kolumne Gesundheit ist ein elementares menschliches Gut. Wer krank ist, wendet sich vertrauensvoll an Ärzt*innen und Krankenhäuser. Doch immer wieder kommt es dabei zu rassistischer Diskriminierung. Das ist eine Schande für das deutsche Gesundheitssystem und muss sich dringend ändern, findet unsere Kolumnistin Liane Bednarz. Liane Bednarz Auslagerung von Asylverfahren – Chance oder Risiko? Analyse Die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten ist ein umstrittenes Konzept, das immer wieder politisch diskutiert wird. Marcus Engler gibt einen Überblick über Ziele, Modelle wie in Australien oder Italien, zentrale Kritikpunkte sowie den aktuellen Stand der Debatte in Deutschland. Marcus Engler Das Problem sind autoritäre Populisten, nicht Gendern und Klimaschutz heimat.kolumne Politische Debatten sind zunehmend von Populismus, Emotionalisierung und unsachlicher Kritik an politischen Gegner*innen geprägt. Inhalte geraten dabei in den Hintergrund. Das spaltet die Gesellschaft, schürt ein Klima des Misstrauens und löst keine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Hakan Akçit Ganz unten im System: Migrant*innen im Niedriglohnsektor Bericht Viele Arbeiten, für die sich in Deutschland nicht genügend Einheimische finden, werden von Migrant*innen übernommen. In seinem Buch „Ganz unten im System“ gibt der Autor Sascha Lübbe Einblicke in den Arbeits- und Lebensalltag dieser Menschen und analysiert das System, das hinter ihrer Ausbeutung steht. Sascha Lübbe Die Pflicht, die Stimme zu erheben Interview Der Vater von Vlore Krug kam 1970 als Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Als 1992 bei einem rassistisch motivierten Mordanschlag sein Freund Sadri Berisha getötet wurde, war sie gerade 12 Jahre alt. Im Interview spricht sie über Erinnerung und Pluralismus, ihr Kinderbuch „Feenritter“ und über die Pflicht, die Stimme gegen Rassismus zu erheben. Safiye Can, Hakan Akçit Problemlösungen statt Scheindebatten Analyse Statt Scheindebatten braucht es echte Lösungen in der Migrationspolitik. Arbeitsverbote und andere Abwehrmaßnahmen erschweren die Integration und verstärken Probleme. Helfen würden eine bessere und schnellere Anerkennung von Berufsqualifikationen und schnellere Asylverfahren. Prof. em. Dr. Dietrich Thränhardt Kritik an CORRECTIV-Recherche: Grenze zum völkischen Denken nicht verstanden heimat.kolumne Die Anfang des Jahres publizierte CORRECTIV-Recherche hat aufgezeigt, wo die Grenze zwischen Konservatismus und völkischem Denken verläuft. Nun wird das Recherchenetzwerk immer härter angegriffen – aus unerwarteten Kreisen. Liane Bednarz Wo ist dein Reisepass von 1991? Bericht „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen“, schrieb Bertolt Brecht vor vielen Jahren. Doch was passiert, wenn ein Pass von den Behörden gar nicht anerkannt wird? Für Schutzsuchende aus Somalia stellt sich diese Frage regelmäßig – und ist mit großen Herausforderungen für die Betroffenen verbunden. Jessica Allermann, Simon Dippold Der 9. Oktober – Opferperspektiven von wesentlicher Bedeutung Interview Onur Özata war Nebenklagevertreter u.a. im Stutthof-Prozess, im Verfahren gegen den Attentäter von Halle und im NSU-Prozess. Esther Dischereit hat mit ihm über die Verfahren und die Rolle von den Perspektiven von Opfern und Betroffenen gesprochen. Der 9. Oktober – wie jetzt darüber sprechen? Zeugnisse Zum fünften Jahrestag des Anschlags in Halle am 9. Oktober 2019 hat Esther Dischereit Erinnerungen von Synagogenbesucher*innen zusammengetragen. Sie erzählen auch davon, wie der 7. Oktober 2023 die Wunden von Halle wieder aufriss. Esther Dischereit Der 9. Oktober – wie sprechen danach? Essay Heute jährt sich der Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle auf die Synagogenbesucher*innen, den Kiez-Döner und weitere Menschen zum fünften Mal. Zu diesem Anlass blickt Esther Dischereit auf den Tag und den Prozess zurück. Esther Dischereit Für eine vielfältige Erinnerungskultur Die Debatte nach dem 7. Oktober verstellt den Blick auf die langen Linien des deutschen Antisemitismus und seine enge Verbindung mit Rassismus. Der Holocaust ist ein komplexes Gewaltgeschehen mit antisemitischen und rassistischen Praktiken des Massenmordes. Die Anerkennung extremer kolonialer Gewalt nimmt ihm nichts von seinem Schrecken. Michael Wildt Wir müssen die Narrative ändern Die Art und Weise, wie wir in Deutschland über Israel und Palästina sprechen, ist geprägt vom Narrativ der „Zwei Seiten“. Dadurch entsteht ein Lagerdenken, bei dem Menschenleben gegeneinander ausgespielt werden. Joana Osman plädiert dafür, dieses Narrativ zu durchbrechen. Joana Osman Gleichzeitigkeit aushalten: Was der deutsche Diskurs von der demokratischen Zivilgesellschaft Israels lernen kann Zivilgesellschaftliche Akteur*innen in Israel, wie die jüdisch-arabische Grassroot-Initiative "Standing Together", setzen auf Solidarität und Empathie für beide Seiten. Ein Ansatz, der auch den deutschen Diskurs bereichern könnte. Maja Sojref Was noch zu sagen bleibt Was bleibt noch zu sagen, nach fast einem Jahr Entmenschlichung, Krieg und einem Diskurs, dem die Universalität des humanistischen Gedankens abhandengekommen ist? Lena Gorelik denkt über diese Frage sowie Verbindungen und Freundschaften nach, die über vermeintliche Lager hinweg halten. Lena Gorelik Eine Einordnung der Debatten um die Begriffe Antisemitismus, Apartheid, Genozid und Zionismus Im aktuellen Diskurs über Israel und Palästina werden juristisch definierte und politisch aufgeladene Fachwörter wie Genozid, Apartheid, Kolonialismus, Zionismus und Antisemitismus zu Kampfbegriffen. Doch was bedeuten die Begriffe genau, und wie lässt sich ihre Verwendung im Diskurs einordnen? Kristin Helberg unternimmt eine Versachlichung. Kristin Helberg „Ich erkenne mein Land nicht wieder!“ Viele Menschen, insbesondere Muslim*innen, fühlen sich durch die Reaktionen von deutschen Medien und Politiker*innen seit dem 7. Oktober 2023 zunehmend entfremdet. Patrick Möller analysiert anhand von Medienberichten, Social Media Beiträgen und Interviews mit Expert*innen die Herausforderungen, die sich für die deutsche Migrationsgesellschaft daraus ergeben. Patrick Möller Menschlichkeit statt Dogmatismus Während in Gaza Menschen sterben und in Israel Angehörige um den Verbleib der Geiseln bangen, werden in Deutschland seit dem 7. Oktober polarisierte, undifferenzierte und dogmatische Debatten geführt. Was fehlt: Ein moralischer Kompass, der sich an Menschlichkeit und Menschenrechten orientiert. Hakan Akçit Zionismusforschung und postkoloniale Perspektiven: Ein möglicher und fruchtbarer Dialog Von einer Verknüpfung der Zionismusforschung mit den Postcolonial Studies würden beide Disziplinen profitieren. Von ihr können Impulse ausgehen für einen gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Stefan Vogt Täterschuld und Schuldumkehr: Das Verhältnis der Deutschen zu Israel Einige linksliberale Intellektuelle vertreten die Meinung, dass in Deutschland aufgrund einer Täterschuld keine Kritik an Israel möglich sei. Lothar Probst ist der Meinung, dass stattdessen eine Schuldumkehr stattgefunden habe. Lothar Probst Palästinenser*innen in Deutschland: Tabus brechen und Traumata thematisieren In Deutschland lebt die größte palästinensische Gemeinschaft Europas. Die meisten von ihnen verfügen in ihrer Familiengeschichte über mehrfache Vertreibungserfahrungen. Ausgehend von ihrer Dissertation, untersucht Sarah El Bulbeisi wie sich dabei Tabu und Trauma über Generationen hinweg bedingen. Sarah El Bulbeisi Wie Kommunen Menschen schützen können Handlungsleitfaden Der Handlungsleitfaden von Moving Cities stellt 20 konkrete Möglichkeiten vor, wie solidarische Städte zur Aufnahme und Relocation von Geflüchteten aus dem Ausland beitragen können. Moving Cities, Maura Magni Kein Tor für Rassismus heimat.kolumne Die Fußball-Europameisterschaft der Männer ist vorbei. Dabei kam es auch zu rechtsextremen Zwischenfällen: Der Wolfsgruß auf der einen, der Hitlergruß auf der anderen Seite. Der Wolfsgruß ist eine Erkennungsgeste der türkischen rechtsextremen „Grauen Wölfe“ – doch leider war die Debatte darüber in Deutschland rassistisch geprägt. Hakan Akçit Weltflüchtlingstag 2024: Gegensteuern vor dem Schiffbruch Kommentar Migration und Flucht stehen in der EU wieder ganz oben auf der Agenda. Dabei geht es weniger darum, Probleme zu lösen und das Leid der Menschen auf der Flucht zu adressieren, sondern vor allem darum zu verhindern, dass Geflüchtete ihren Fuß auf europäischen Boden setzen. Das schadet den Schutzsuchenden und dem politischen Klima. Neda Noraie-Kia Tabubrüche mit Konsequenzen heimat.kolumne Auf Sylt singen junge, wohlhabende Menschen rassistische Hassparolen. Im Land wird ernsthaft über „Remigration“ diskutiert. Gleichzeitig reicht es aber sogar nun den zentralen Parteien der extremen Rechten in Europa mit der AfD. Und die deutsche Top-Etage der Wirtschaft erhebt deutlich ihre Stimme gegen den völkischen Irrsinn. Liane Bednarz Intendant Wagner Carvalho: “Ich existiere im Theater” Interview Wagner Carvalho ist von Brasilien nach Deutschland gekommen, um politisches Theater zu machen. 2013 wurde er Intendant des Ballhaus Naunynstraße und damit die erste Schwarze Person, die in Deutschland ein Theaterhaus leitet. Aber was bedeutet es, als Schwarzer Mann Theater in einer Gesellschaft zu machen, die immer mehr nach rechts rückt? Djamilia Prange de Oliveira Ballhaus Naunynstraße: Theater des Widerstands Reportage Das "einzige Schwarze Theater Deutschlands" schafft einen Raum, in dem marginalisierte und ausgegrenzte Menschen ihre eigenen Geschichten erzählen können. Schwarze und queere Perspektiven stehen dabei im Vordergrund. Doch für Intendant Wagner Carvalho ist das Berliner Ballhaus Naunynstraße in Zeiten wie diesen vor allem eins: ein Ort des Widerstands. Djamilia Prange de Oliveira Bezahlkarte: Stimmungsmache gegen Geflüchtete heimat.kolumne Nach monatelangem Hin und Her in der Koalition haben Bundestag und Bundesrat die Einführung der Bezahlkarte für Asylsuchende beschlossen. Die öffentliche Debatte war von populistischer Stimmungsmache gegen Geflüchtete und fehlender Sachkenntnis gekennzeichnet, schreibt unser Kolumnist Hakan Akçit. Hakan Akçit Migration, Rassismus und rechte Bedrohung – Menschenrechte ins Zentrum rücken Analyse Seit Jahren warnen Betroffene rechter Gewalt und die antirassistische Zivilgesellschaft vor der Gefahr von rechts. Ceren Türkmen diskutiert die Zusammenhänge zwischen restriktiver Migrationspolitik, dem inkonsequenten politischen Umgang mit Rechtsextremismus und der aktuellen Bedrohung von rechts. Sie plädiert für einen neuen Gesellschaftsvertrag, in dessen Zentrum die Menschenrechte stehen. Ceren Türkmen Unerwünscht: Rassismus in der Schule Bericht Jasmin Blunt hat in ihrer Schulzeit selbst Rassismus erlebt. Als Lehrerin ist sie Jahre später mit einer Pflichtlektüre konfrontiert, in der rassistische Sprache massiv reproduziert wird – und wehrt sich dagegen. Was sich aus ihrer Sicht im deutschen Bildungssystem ändern muss und warum dafür das Engagement aller Schulbeteiligten zentral ist, diskutiert sie in ihrem Bericht. Jasmin Blunt Warum es richtig ist, vom Kampf „gegen rechts“ zu sprechen heimat.kolumne Die landesweiten Demonstrationen gegen die AfD halten an. Aus konservativen Kreisen wird jedoch Kritik an dem oft verwendeten Slogan „gegen rechts“ laut. Unsere Kolumnistin Liane Bednarz erläutert, warum die Bezeichnung richtig ist und wo die Trennlinie zwischen konservativem und (neu)rechtem Denken verläuft. Liane Bednarz Widerstand gegen rechts: Warum erst jetzt? heimat.kolumne Die Correctiv-Recherche hat ausgelöst, was lange vermisst wurde: Einen breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen rechts. Anlässe dafür hätte es in der Vergangenheit genug gegeben, vom rechten Terror des NSU bis zum Anschlag in Hanau. Warum also jetzt, fragt sich unser Kolumnist Hakan Akçit und plädiert dafür, Demokratiefeinde mit allen Mitteln des Rechtsstaats zu bekämpfen. Hakan Akçit Keine Gerechtigkeit ohne Konsequenzen Interview Vor vier Jahren tötete ein Rechtsextremist neun junge Menschen aus rassistischen Motiven in Hanau. Unter den Opfern war auch Gökhan Gültekin. Über dessen Leben hat sein Bruder Çetin Gültekin ein Buch geschrieben, um ihm ein Denkmal zu setzen. Im Interview spricht er über die Kontinuitäten von Rassismus, das Versagen der Sicherheitsbehörden und die Frage, warum es keine Gerechtigkeit ohne Konsequenzen gibt. Safiye Can, Hakan Akçit Zwischen Heimat und Exil Interview Die eritreische Dichterin Yirgalem Fisseha Mebrahtu lebt seit 2018 im Exil in Deutschland, nachdem sie sechs Jahre als politische Gefangene in Eritrea inhaftiert war. Im Zwischenraum-Interview spricht sie über den Trost, den sie im Schreiben fand und über ihr neues Buch „Freiheit in Briefen“ – ein persönlicher Briefwechsel mit der Schriftstellerin Tanja Kinkel. Safiye Can, Hakan Akçit Leseprobe aus "Freiheit in Briefen" Leseprobe aus "Freiheit in Briefen. Zwei Autorinnen im Dialog". Von Yirgalem Fisseha Mebrahtu und Tanja Kinkel. Erschienen 2023 im akono Verlag. Between Homeland and Exile Interview Eritrean poet Yirgalem Fisseha Mebrahtu has been living in exile in Germany since 2018, after spending six years as a political prisoner in Eritrea without charge or trial. In the Zwischenraum interview, she talks about the solace that writing gave her, about the political situation in Eritrea and about her new book "Freedom in Letters" - a personal correspondence with the writer Tanja Kinkel. Safiye Can, Hakan Akçit „Wer sich jetzt nicht positioniert, stärkt die Feinde der Demokratie“ Interview Seit Wochen gehen Hunderttausende gegen Rechtsextremismus und Deportationspläne der AfD auf die Straße. Für Samstag plant das Bündnis „Hand in Hand“ eine Menschenkette in Berlin. Mit-Organisator Tareq Alaows im Gespräch. Nach Correctiv-Recherche: „Wir alle müssen gegen die AfD aufstehen“ heimat.kolumne Das Recherchenetzwerk „Correctiv“ hat vor wenigen Tagen ein geheimes Treffen zwischen AfD-Politiker*innen, Neonazis, Unternehmern und Mitgliedern der Werteunion aufgedeckt. Dabei wurde über Pläne gesprochen, Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland zu vertreiben. Liane Bednarz Bundesweiter Abschiebestopp für Jesid*innen erforderlich heimat.kolumne Im Januar 2023 erkannte der Bundestag die Verbrechen des IS gegen die Jesid*innen als Völkermord an. Dies war ein wichtiges Signal an die Betroffenen und ihre Familien. Trotzdem nehmen die Abschiebungen von Jesid*innen in den Irak derzeit zu. Unser Kolumnist Hakan Akçit plädiert daher für einen bundesweiten Abschiebestopp. Hakan Akçit „Parteien müssen zugänglicher werden“ Interview Dr. Joy A. Alemazung kam Ende der 1990er zum Studium nach Deutschland. 2021 wurde er in Heubach zu Deutschlands erstem Schwarzen Stadtoberhaupt gewählt. Im Interview spricht der CDU-Politiker über seinen Weg in die Kommunalpolitik, die Gründung der Vereinigung Mandatsträger*innen Afrikanischer Abstammung e.V. und die Frage, wie Parteien für marginalisierte Gruppen zugänglicher werden können. Mehret Haile-Mariam Flüchtlingsschutz in Europa: Aktuell geschwächt, in Zukunft ausgehöhlt? Analyse Die EU-Kommission, das Parlament sowie die Mitgliedsländer verhandeln über eine Reform der gemeinsamen Asylpolitik. Das umfangreiche Reformpaket enthält eine Vielzahl von Gesetzesvorschlägen, die massive Folgen für Asylsuchende hätten. Asyl-Debatte: „Die demokratische Mitte rückt nach rechts“ Interview Mehr Abschiebungen, Grenzverfahren, Auslagerung des Flüchtlingsschutzes: In der gegenwärtigen Asyl-Debatte geht es kaum um tatsächliche Lösungen. Karl Kopp, Leiter der Europaabteilung von Pro Asyl, warnt davor, rechte Positionen in der Asylpolitik zu übernehmen. Stattdessen müsse geltendes Völkerrecht durchgesetzt werden. Christian Jakob Nach dem Anwerbestopp: Das Rückkehrhilfegesetz von 1983 Essay Nachdem jahrzehntelang Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben worden waren, verhängte die damalige Bundesregierung 1973 einen Anwerbestopp. Zehn Jahre später sollte das Rückkehrhilfegesetz dafür sorgen, dass die Gastarbeiter*innen Deutschland wieder verließen. Hakan Akçit zeichnet die damaligen politischen Entwicklungen und Debatten nach, die viele Parallelen zu heutigen Diskursen aufweisen. Hakan Akçit „Frauen mit Behinderung erleben oft Mehrfachdiskriminierungen“ Interview Ellen Kubica ist Stadträtin in Mainz und Teil des Behindertenbeirats. Seit November ist sie Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung von Rheinland-Pfalz. Im Interview spricht sie über Barrieren, auf die sie als Rollstuhlfahrerin im Politikbetrieb stößt und die Frage, warum Menschen mit Behinderung in allen politischen Ebenen zu wenig repräsentiert sind. Andrea Schöne „Multipolare Weltordnung“: Israel, Ukraine und die Neue Rechte heimat.kolumne Mit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober wird nach der Ukraine ein weiterer westlich ausgerichteter Staat von autoritären Kräften angegriffen. Wie reagiert die Neue Rechte darauf und woraus speisen sich ihre Positionen? Liane Bednarz analysiert das Streben der Neuen Rechten nach einer „multipolaren Weltordnung“. Liane Bednarz „Für mich ist das Thema soziale Gerechtigkeit entscheidend“ Interview Özgürcan Baş ist in einem Stadtteil aufgewachsen, in dem 30 Prozent der jungen Menschen von Armut betroffen sind. Dagegen möchte er etwas tun. Der 24-jährige gelernte Bankkaufmann sitzt seit diesem Jahr als direkt gewähltes Mitglied für die SPD in der Kieler Ratsversammlung. Im Interview spricht er über die Frage, warum einkommensschwache Menschen selten in der Politik vertreten sind. Andrea Schöne Im Wahlkampf ist jedes Mittel recht(s) heimat.kolumne Während Friedrich Merz weiter an der Brandmauer nach rechts zündelt, fordert Olaf Scholz Abschiebungen „im großen Stil“. Dass Migration vor oder nach Wahlen zum Problem erklärt wird, ist nicht neu – gefährlich bleibt es trotzdem. Denn wer in braunen Gewässern nach Wählerstimmen fischt, ebnet rechtsradikalen Parteien den Weg in die bürgerliche Mitte. Hakan Akçit Queere Repräsentation: Zwischen Fortschritt und Backlash Interview Amilio Ludwig-Dinkel von der SPD-Fraktion im Stadtparlament von Schwalbach (Hessen) ist bereits seit Schulzeiten politisch aktiv. Als Vorsitzende*r der SPDqueer Hessen-Süd engagiert sich Amilio besonders für Gleichberechtigung und Antidiskriminierung. Ein Gespräch über gesellschaftlichen Fortschritt, konservativen Backlash und die Frage, warum bei einer Demokratie alle mit am Tisch sitzen müssen. Djamilia Prange de Oliveira Vielfalt in der Politik: "Die Parlamente hängen der gesellschaftlichen Entwicklung Jahre hinterher" Interview Mirrianne Mahn ist seit 2020 Stadtverordnete für Bündnis 90/Die Grünen in Frankfurt am Main. Als politische Aktivistin und Theatermacherin engagiert sie sich schon lange gegen Diskriminierung und für mehr Diversität. Über ihren Weg in die Kommunalpolitik und die Bedeutung von Vielfalt und Repräsentation für die deutsche Politik spricht sie im Interview. Mehret Haile-Mariam
„Ohne ihr Vertrauen könnte ich kein einziges Foto machen“ Interview Toby Binder dokumentiert in seiner Fotografie den Alltag von Menschen, die in der Gesellschaft oft marginalisiert sind. In seinem Bildband #053KIDS portraitiert er Kinder und Jugendliche im Duisburger Stadtteil Hochfeld. Was es für diese Arbeit braucht, erzählt er im Interview. Hakan Akçit
Suraj Mailitafis Kampf um Gerechtigkeit Portrait Drei Schüsse eines Polizisten töteten den 21-jährigen Lorenz A. aus Oldenburg. Ein Jahr später kämpft der Aktivist Suraj Mailitafi immer noch für Konsequenzen – und gegen ein System, das er für rassistisch hält. Ein Portrait anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus. Djamilia Prange de Oliveira
"Die Arbeit von Betroffenen muss strukturell unterstützt werden" Interview Ibrahim Arslan kämpft seit Jahren für eine Erinnerungskultur, die aus der Perspektive von Betroffenen erzählt wird. Nun ist er mit dem Film „Die Möllner Briefe“ quer durchs Land getourt. Ein Gespräch über besondere Begegnungen, Solidarität und politische Verantwortung. Derya Türkmen
Leseprobe von Alla Leshenko Leseprobe aus dem Erzählband "Von Wespen und Raubfröschen" von Alla Leshenko.
„Jetzt ist keine gute Zeit, um unpolitisch zu sein“ Interview Die Schriftstellerin und Lektorin Alla Leshenko hat ein Faible für Märchen, Horror und die deutsche Sprache, die sie sich selbst beigebracht hat. Für ihr Engagement gegen rechts bekommt sie viel Hass ab, trotzdem steht für sie fest: Unpolitisch zu sein ist keine Option. Hakan Akçit
"Die Balance in der Migrationspolitik ist gekippt" Interview Kontrolle und Abschreckung dominieren heute die Migrationspolitik, zulasten von Schutzstandards und Menschenrechten. Im Rückblick auf die Entwicklungen der letzten zehn Jahre beschreibt Migrationsforscherin Petra Bendel, wie es anders gehen könnte und erinnert an die Ursprünge des Flüchtlingsrechts. Christian Jakob
„Wer sind die Unzivilisierten?“ Interview Die kürzlich mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Serie „Uncivilized“ erzählt von medialen Großereignissen, postmigrantischen Lebensrealitäten und Alltagsrassismus in Deutschland. Ein Gespräch mit dem Produzenten Çağdaş Eren Yüksel. Safiye Can, Hakan Akçit
Wir sind müde heimat.kolumne Zwischen den Baseballschlägerjahren und der aktuellen Stadtbild-Debatte liegen über 30 Jahre migrantische Kämpfe um Anerkennung, Zugehörigkeit und gegen rechte Gewalt. Hakan Akçit beschreibt, wie ermüdend diese Kämpfe und Debatten für Menschen mit Migrationsgeschichte sind. Hakan Akçit
Hoffnung, Haltung, Härte – Ein Jahrzehnt der Grenzverschiebungen Essay 2015 zeigte Deutschland, was möglich ist, wenn Empathie stärker ist als Angst. Zehn Jahre nach "Wir schaffen das" steht das Land an einem neuen Wendepunkt: Zwischen dem Anspruch auf Humanität und den Realitäten einer immer restriktiveren Migrationspolitik. Mekonnen Mesghena
Von der Willkommenskultur zur Festung Europa: Auslagerung von Asylverantwortung nach Nordafrika Hintergrund Zehn Jahre nach der europäischen „Willkommenskultur“ hat die EU ihre Asylverantwortung zunehmend nach Nordafrika ausgelagert – und ignoriert dabei Rassismus, Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen zugunsten kurzfristiger Grenzkontrolle. Shimaa Samy
Mehr geschafft als gedacht: 10 Jahre kommunale Aufnahmepolitik in Deutschland Analyse Statt drohendem Kollaps zeigen viele Kommunen in Deutschland seit 2015 Lösungswege in der Migrationspolitik. Aufnahme gelingt vor Ort mit Pragmatismus, Professionalität und Engagement. Giulia Fellin, Julia Schumann
Solidarische Zivilgesellschaft: Was bleibt von 2015? Feature Ohne die überwältigende Solidarität in der Zivilgesellschaft wäre die Aufnahme von hunderttausenden Schutzsuchenden 2015 undenkbar gewesen. Was bleibt von 2015 – und wie steht es heute um die deutsche Willkommenskultur? Christian Jakob
Aufnahmebereitschaft und Staatsversagen – Bilanz der Fluchtaufnahme seit 2015 und 2022 Analyse Zehn Jahre nach dem "Sommer der Migration" werden die damaligen Entscheidungen noch immer kontrovers diskutiert. Dietrich Thränhardt zieht eine Bilanz der Flüchtlings- und Integrationspolitik der letzten Dekade. Prof. em. Dr. Dietrich Thränhardt
Frauen in Afghanistan: "Ihnen gehört jede Zeile, die ich schreibe" Interview In dem zweisprachigen Gedichtband "Ich habe den Zorn des Windes gesehen" schreibt die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Mariam Meetra über den Verlust von Heimat und die Widerstandskraft afghanischer Frauen. Warum sie ihnen jede Zeile widmet, die sie schreibt, erzählt sie im Interview. Safiye Can, Hakan Akçit
Leseprobe Mariam Meetra Zwei ausgewählte Gedichte aus dem Gedichtband "Ich habe den Zorn des Windes gesehen" von Mariam Meetra. Mariam Meetra
Zwischen Grenzen, Bürokratie und Widerstand: Zwei sudanesische Frauen in Kairo Reportage Durch den verheerenden Krieg im Sudan wurden Millionen von Menschen vertrieben – die meisten davon Frauen und Kinder. Am Weltflüchtlingstag erzählt die Journalistin Shimaa Samy die Geschichten zweier sudanesischer Frauen in Kairo, die trotz Traumata, Diskriminierung und struktureller Gewalt weiter um Anerkennung kämpfen. Shimaa Samy
Wie zwei Kinder eine Gesellschaft demaskierten Statement Als Vater eines der beiden Mädchen, deren mutige Intervention 2013 eine deutsche und internationale Debatte über Sprache, Rassismus und Zugehörigkeit auslöste, erzählt Mekonnen Mesghena von kindlicher Zivilcourage, solidarischer Öffentlichkeit und der Kraft gelungener politischer Einmischung. Mekonnen Mesghena
„Wir dürfen als Gesellschaft nicht demokratiefaul werden“ Interview In der deutschen Theaterlandschaft wird das Thema Diversität nach wie vor zu selten als Chance begriffen. Im Gespräch mit Elizabeth Blonzen plädiert die Dramaturgin, Schauspielerin und Regisseurin Antigone Akgün dafür, Diversität nicht nur als Aufgabe zu sehen, die „abgehakt“ werden muss.
„Von den Rändern auf die Mitte schauen“ Interview Theater sind auf die Perspektiven der sogenannten Anderen angewiesen, wenn sie nicht irrelevant werden und ihre moralische Autorität verlieren wollen, sagt der Autor Necati Öziri. Wie man sie für alle zugänglicher machen kann, diskutiert er im Gespräch mit Elizabeth Blonzen.
Anschläge in Deutschland: Doppelstandards und Instrumentalisierung heimat.kolumne In den vergangenen Monaten wurde Deutschland durch unterschiedliche Anschläge erschüttert, die oftmals populistische Debatten ausgelöst haben. Was auffällt: Ist ein Täter mutmaßlich rechtsextrem, schwindet das mediale Interesse schnell. Das zeigt die Tat von Mannheim – aber auch der Brandanschlag in Solingen im März 2024. Hakan Akçit
„So wird Kunst zu einer Sprache, die überall gesprochen wird“ Interview Rahulla Torabi ist bildender Künstler und kam in seinem 17. Lebensjahr aus Afghanistan nach Deutschland. Im Zwischenraum für Kunst spricht er über die verbindende Kraft von Kunst, seine Faszination für Geschichten und erzählt, warum er fast wunschlos glücklich ist. Safiye Can, Hakan Akçit
Es geht auch anders! #Solidarität mit Prof. Dr. Manuela Bojadžijev und Dr. Bernd Kasparek Podcast-Episode Was passiert, wenn Migration nicht als Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern als Triebfeder für die Demokratisierung der Demokratie verstanden wird? Ein Gespräch mit Prof. Dr. Manuela Bojadžijev und Dr. Bernd Kasparek.
Es geht auch anders! #Gender mit Prof. Dr. Helen Schwenken Podcast-Episode Was ist feministische Migrationspolitik? Warum ist sie wichtig? Welche Ideen gibt es zur Umsetzung? Darüber spricht Geraldine Mormin in der 3. Episode von "Es geht auch anders!" mit Helen Schwenken, Professorin für Migration und Gesellschaft an der Universität Osnabrück.
Es geht auch anders! #Arbeit mit Prof. Dr. Anne Lisa Carstensen Podcast-Episode Wie wirken sich verschiedene Aspekte von Migrationspolitik auf Arbeitsmarktpolitiken und Arbeitsrechte aus? In der vierten Folge von "Es geht auch anders!" sprechen wir mit Prof. Dr. Anne Lisa Carstensen über das Thema Arbeit.
Es geht auch anders! #Aktiv mit Matthias Weinzierl Podcast-Episode In Bayern erhalten Geflüchtete ihr Geld auf eine Bezahlkarte – mit massiven Einschränkungen. Das Münchner Bündnis „Offen!“ reagiert mit kreativer Solidarität: Wechselstuben tauschen Gutscheine gegen Bargeld. Mehr dazu in Folge 5 von "Es geht auch anders!".
Es geht auch anders! #Grenzen mit Prof. Dr. Volker Heins Podcast-Episode In der ersten Folge der Reihe "Es geht auch anders!" erklärt Politikwissenschaftler und Buchautor Prof. Dr. Volker Heins, warum geschlossene Grenzen Demokratie und Wohlstand gefährden und diskutiert mit uns Wege für eine solidarische Migrationspolitik.
Solidarität unter Betroffenen: Gemeinsam gegen das Vergessen Nicht nur rechte, rassistische und antisemitische Gewalt hat eine lange Kontinuität in Deutschland, sondern auch die Selbstorganisierung von Betroffenen. Sie vernetzen sich untereinander, geben einander Halt und kämpfen gemeinsam gegen das Vergessen. Ali Şirin
Fünf Jahre nach Hanau Said Etris Hashemi, der den Terroranschlag in Hanau schwerverletzt überlebte und dessen Bruder Nesar bei dem Anschlag ermordet wurde, ist zu einer unüberhörbaren Stimme im Kampf gegen Rassismus geworden. Heute blickt er zurück auf die letzten fünf Jahre und auf das, was ihn bestärkt, weiter laut zu sein. Said Etris Hashemi
Weil ich dich eigentlich liebe, Hanau Nouha El Jazouli ist Stadtschulsprecherin in Hanau und engagiert sich in der Bildungsinitiative Ferhat Unvar. Zum Zeitpunkt des Anschlags war sie 12 Jahre alt. In ihrem lyrischen Text reflektiert sie, wie der Anschlag ihr Leben und die Stadt verändert hat. Nouha El Jazouli
Du musst in einem Februar frieren Das Gedicht von der Künstlerin Tanasgol Sabbagh erinnert uns daran, dass auch fünf Jahre nach Hanau die Erinnerung unausweichlich bleibt: In jedem Blick, in jedem Gespräch, in den Strukturen, die uns umgeben – gegen das Vergessen, gegen das Verdrängen. Tanasgol Sabbagh
Unsere Väter sollen nicht vergessen werden Semiya Şimşek und Gamze Kubaşık verbindet eine tiefe Freundschaft und ein geteilter Schmerz. Ihre Väter wurden beide vom NSU ermordet. Der Anschlag in Hanau riss alte Wunden wieder auf – und zeigt, wie wichtig der Kampf der Angehörigen für Erinnerung und Konsequenzen ist. Semiya Şimşek, Gamze Kubaşık
ein gedicht namens Charlotte Ein Name ist nicht nur ein Wort – er trägt Erinnerung, Identität und ein versprochenes Morgen. Doch was bleibt, wenn Namen verwaltet, Leben ausgelöscht und Geschichte in Datenbanken entmenschlicht wird? Eine lyrische Spurensuche von Temye Tesfu. Temye Tesfu
Kein Wahlkampf auf dem Rücken von Geflüchteten heimat.kolumne Nach dem Sturz des Diktators Assad in Syrien ist die Freude unter Syrer*innen groß. Die kurz danach formulierten politischen Forderungen nach Abschiebungen und der Rückkehr von syrischen Geflüchteten, die in Deutschland Schutz gefunden haben, sind beschämend und verkennen die unsichere Lage vor Ort. Hakan Akçit
Selbstbestimmt und solidarisch: Erinnern an rechten Terror in Halle und Hanau Interview Newroz Duman und Rachel Spicker sprechen über die Bedeutung einer solidarischen Erinnerung an die Anschläge von Halle und Hanau, aktuelle Herausforderungen und die zentrale Rolle der Betroffenen.
Syrische Geflüchtete in Deutschland: Sie würden uns fehlen! Kommentar Fast eine Million Menschen aus Syrien haben seit 2011 bei uns Zuflucht gefunden. Bereits kurz nach Assads Sturz werden nun mit scharfen Tönen ihre Rückkehr und Abschiebungen nach Syrien gefordert. Dabei können wir uns glücklich schätzen, wenn sie bleiben. Bente Scheller, Kirsten Krampe
"Eine Schande für das deutsche Gesundheitssystem" heimat.kolumne Gesundheit ist ein elementares menschliches Gut. Wer krank ist, wendet sich vertrauensvoll an Ärzt*innen und Krankenhäuser. Doch immer wieder kommt es dabei zu rassistischer Diskriminierung. Das ist eine Schande für das deutsche Gesundheitssystem und muss sich dringend ändern, findet unsere Kolumnistin Liane Bednarz. Liane Bednarz
Auslagerung von Asylverfahren – Chance oder Risiko? Analyse Die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten ist ein umstrittenes Konzept, das immer wieder politisch diskutiert wird. Marcus Engler gibt einen Überblick über Ziele, Modelle wie in Australien oder Italien, zentrale Kritikpunkte sowie den aktuellen Stand der Debatte in Deutschland. Marcus Engler
Das Problem sind autoritäre Populisten, nicht Gendern und Klimaschutz heimat.kolumne Politische Debatten sind zunehmend von Populismus, Emotionalisierung und unsachlicher Kritik an politischen Gegner*innen geprägt. Inhalte geraten dabei in den Hintergrund. Das spaltet die Gesellschaft, schürt ein Klima des Misstrauens und löst keine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Hakan Akçit
Ganz unten im System: Migrant*innen im Niedriglohnsektor Bericht Viele Arbeiten, für die sich in Deutschland nicht genügend Einheimische finden, werden von Migrant*innen übernommen. In seinem Buch „Ganz unten im System“ gibt der Autor Sascha Lübbe Einblicke in den Arbeits- und Lebensalltag dieser Menschen und analysiert das System, das hinter ihrer Ausbeutung steht. Sascha Lübbe
Die Pflicht, die Stimme zu erheben Interview Der Vater von Vlore Krug kam 1970 als Gastarbeiter aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland. Als 1992 bei einem rassistisch motivierten Mordanschlag sein Freund Sadri Berisha getötet wurde, war sie gerade 12 Jahre alt. Im Interview spricht sie über Erinnerung und Pluralismus, ihr Kinderbuch „Feenritter“ und über die Pflicht, die Stimme gegen Rassismus zu erheben. Safiye Can, Hakan Akçit
Problemlösungen statt Scheindebatten Analyse Statt Scheindebatten braucht es echte Lösungen in der Migrationspolitik. Arbeitsverbote und andere Abwehrmaßnahmen erschweren die Integration und verstärken Probleme. Helfen würden eine bessere und schnellere Anerkennung von Berufsqualifikationen und schnellere Asylverfahren. Prof. em. Dr. Dietrich Thränhardt
Kritik an CORRECTIV-Recherche: Grenze zum völkischen Denken nicht verstanden heimat.kolumne Die Anfang des Jahres publizierte CORRECTIV-Recherche hat aufgezeigt, wo die Grenze zwischen Konservatismus und völkischem Denken verläuft. Nun wird das Recherchenetzwerk immer härter angegriffen – aus unerwarteten Kreisen. Liane Bednarz
Wo ist dein Reisepass von 1991? Bericht „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen“, schrieb Bertolt Brecht vor vielen Jahren. Doch was passiert, wenn ein Pass von den Behörden gar nicht anerkannt wird? Für Schutzsuchende aus Somalia stellt sich diese Frage regelmäßig – und ist mit großen Herausforderungen für die Betroffenen verbunden. Jessica Allermann, Simon Dippold
Der 9. Oktober – Opferperspektiven von wesentlicher Bedeutung Interview Onur Özata war Nebenklagevertreter u.a. im Stutthof-Prozess, im Verfahren gegen den Attentäter von Halle und im NSU-Prozess. Esther Dischereit hat mit ihm über die Verfahren und die Rolle von den Perspektiven von Opfern und Betroffenen gesprochen.
Der 9. Oktober – wie jetzt darüber sprechen? Zeugnisse Zum fünften Jahrestag des Anschlags in Halle am 9. Oktober 2019 hat Esther Dischereit Erinnerungen von Synagogenbesucher*innen zusammengetragen. Sie erzählen auch davon, wie der 7. Oktober 2023 die Wunden von Halle wieder aufriss. Esther Dischereit
Der 9. Oktober – wie sprechen danach? Essay Heute jährt sich der Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle auf die Synagogenbesucher*innen, den Kiez-Döner und weitere Menschen zum fünften Mal. Zu diesem Anlass blickt Esther Dischereit auf den Tag und den Prozess zurück. Esther Dischereit
Für eine vielfältige Erinnerungskultur Die Debatte nach dem 7. Oktober verstellt den Blick auf die langen Linien des deutschen Antisemitismus und seine enge Verbindung mit Rassismus. Der Holocaust ist ein komplexes Gewaltgeschehen mit antisemitischen und rassistischen Praktiken des Massenmordes. Die Anerkennung extremer kolonialer Gewalt nimmt ihm nichts von seinem Schrecken. Michael Wildt
Wir müssen die Narrative ändern Die Art und Weise, wie wir in Deutschland über Israel und Palästina sprechen, ist geprägt vom Narrativ der „Zwei Seiten“. Dadurch entsteht ein Lagerdenken, bei dem Menschenleben gegeneinander ausgespielt werden. Joana Osman plädiert dafür, dieses Narrativ zu durchbrechen. Joana Osman
Gleichzeitigkeit aushalten: Was der deutsche Diskurs von der demokratischen Zivilgesellschaft Israels lernen kann Zivilgesellschaftliche Akteur*innen in Israel, wie die jüdisch-arabische Grassroot-Initiative "Standing Together", setzen auf Solidarität und Empathie für beide Seiten. Ein Ansatz, der auch den deutschen Diskurs bereichern könnte. Maja Sojref
Was noch zu sagen bleibt Was bleibt noch zu sagen, nach fast einem Jahr Entmenschlichung, Krieg und einem Diskurs, dem die Universalität des humanistischen Gedankens abhandengekommen ist? Lena Gorelik denkt über diese Frage sowie Verbindungen und Freundschaften nach, die über vermeintliche Lager hinweg halten. Lena Gorelik
Eine Einordnung der Debatten um die Begriffe Antisemitismus, Apartheid, Genozid und Zionismus Im aktuellen Diskurs über Israel und Palästina werden juristisch definierte und politisch aufgeladene Fachwörter wie Genozid, Apartheid, Kolonialismus, Zionismus und Antisemitismus zu Kampfbegriffen. Doch was bedeuten die Begriffe genau, und wie lässt sich ihre Verwendung im Diskurs einordnen? Kristin Helberg unternimmt eine Versachlichung. Kristin Helberg
„Ich erkenne mein Land nicht wieder!“ Viele Menschen, insbesondere Muslim*innen, fühlen sich durch die Reaktionen von deutschen Medien und Politiker*innen seit dem 7. Oktober 2023 zunehmend entfremdet. Patrick Möller analysiert anhand von Medienberichten, Social Media Beiträgen und Interviews mit Expert*innen die Herausforderungen, die sich für die deutsche Migrationsgesellschaft daraus ergeben. Patrick Möller
Menschlichkeit statt Dogmatismus Während in Gaza Menschen sterben und in Israel Angehörige um den Verbleib der Geiseln bangen, werden in Deutschland seit dem 7. Oktober polarisierte, undifferenzierte und dogmatische Debatten geführt. Was fehlt: Ein moralischer Kompass, der sich an Menschlichkeit und Menschenrechten orientiert. Hakan Akçit
Zionismusforschung und postkoloniale Perspektiven: Ein möglicher und fruchtbarer Dialog Von einer Verknüpfung der Zionismusforschung mit den Postcolonial Studies würden beide Disziplinen profitieren. Von ihr können Impulse ausgehen für einen gemeinsamen Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Stefan Vogt
Täterschuld und Schuldumkehr: Das Verhältnis der Deutschen zu Israel Einige linksliberale Intellektuelle vertreten die Meinung, dass in Deutschland aufgrund einer Täterschuld keine Kritik an Israel möglich sei. Lothar Probst ist der Meinung, dass stattdessen eine Schuldumkehr stattgefunden habe. Lothar Probst
Palästinenser*innen in Deutschland: Tabus brechen und Traumata thematisieren In Deutschland lebt die größte palästinensische Gemeinschaft Europas. Die meisten von ihnen verfügen in ihrer Familiengeschichte über mehrfache Vertreibungserfahrungen. Ausgehend von ihrer Dissertation, untersucht Sarah El Bulbeisi wie sich dabei Tabu und Trauma über Generationen hinweg bedingen. Sarah El Bulbeisi
Wie Kommunen Menschen schützen können Handlungsleitfaden Der Handlungsleitfaden von Moving Cities stellt 20 konkrete Möglichkeiten vor, wie solidarische Städte zur Aufnahme und Relocation von Geflüchteten aus dem Ausland beitragen können. Moving Cities, Maura Magni
Kein Tor für Rassismus heimat.kolumne Die Fußball-Europameisterschaft der Männer ist vorbei. Dabei kam es auch zu rechtsextremen Zwischenfällen: Der Wolfsgruß auf der einen, der Hitlergruß auf der anderen Seite. Der Wolfsgruß ist eine Erkennungsgeste der türkischen rechtsextremen „Grauen Wölfe“ – doch leider war die Debatte darüber in Deutschland rassistisch geprägt. Hakan Akçit
Weltflüchtlingstag 2024: Gegensteuern vor dem Schiffbruch Kommentar Migration und Flucht stehen in der EU wieder ganz oben auf der Agenda. Dabei geht es weniger darum, Probleme zu lösen und das Leid der Menschen auf der Flucht zu adressieren, sondern vor allem darum zu verhindern, dass Geflüchtete ihren Fuß auf europäischen Boden setzen. Das schadet den Schutzsuchenden und dem politischen Klima. Neda Noraie-Kia
Tabubrüche mit Konsequenzen heimat.kolumne Auf Sylt singen junge, wohlhabende Menschen rassistische Hassparolen. Im Land wird ernsthaft über „Remigration“ diskutiert. Gleichzeitig reicht es aber sogar nun den zentralen Parteien der extremen Rechten in Europa mit der AfD. Und die deutsche Top-Etage der Wirtschaft erhebt deutlich ihre Stimme gegen den völkischen Irrsinn. Liane Bednarz
Intendant Wagner Carvalho: “Ich existiere im Theater” Interview Wagner Carvalho ist von Brasilien nach Deutschland gekommen, um politisches Theater zu machen. 2013 wurde er Intendant des Ballhaus Naunynstraße und damit die erste Schwarze Person, die in Deutschland ein Theaterhaus leitet. Aber was bedeutet es, als Schwarzer Mann Theater in einer Gesellschaft zu machen, die immer mehr nach rechts rückt? Djamilia Prange de Oliveira
Ballhaus Naunynstraße: Theater des Widerstands Reportage Das "einzige Schwarze Theater Deutschlands" schafft einen Raum, in dem marginalisierte und ausgegrenzte Menschen ihre eigenen Geschichten erzählen können. Schwarze und queere Perspektiven stehen dabei im Vordergrund. Doch für Intendant Wagner Carvalho ist das Berliner Ballhaus Naunynstraße in Zeiten wie diesen vor allem eins: ein Ort des Widerstands. Djamilia Prange de Oliveira
Bezahlkarte: Stimmungsmache gegen Geflüchtete heimat.kolumne Nach monatelangem Hin und Her in der Koalition haben Bundestag und Bundesrat die Einführung der Bezahlkarte für Asylsuchende beschlossen. Die öffentliche Debatte war von populistischer Stimmungsmache gegen Geflüchtete und fehlender Sachkenntnis gekennzeichnet, schreibt unser Kolumnist Hakan Akçit. Hakan Akçit
Migration, Rassismus und rechte Bedrohung – Menschenrechte ins Zentrum rücken Analyse Seit Jahren warnen Betroffene rechter Gewalt und die antirassistische Zivilgesellschaft vor der Gefahr von rechts. Ceren Türkmen diskutiert die Zusammenhänge zwischen restriktiver Migrationspolitik, dem inkonsequenten politischen Umgang mit Rechtsextremismus und der aktuellen Bedrohung von rechts. Sie plädiert für einen neuen Gesellschaftsvertrag, in dessen Zentrum die Menschenrechte stehen. Ceren Türkmen
Unerwünscht: Rassismus in der Schule Bericht Jasmin Blunt hat in ihrer Schulzeit selbst Rassismus erlebt. Als Lehrerin ist sie Jahre später mit einer Pflichtlektüre konfrontiert, in der rassistische Sprache massiv reproduziert wird – und wehrt sich dagegen. Was sich aus ihrer Sicht im deutschen Bildungssystem ändern muss und warum dafür das Engagement aller Schulbeteiligten zentral ist, diskutiert sie in ihrem Bericht. Jasmin Blunt
Warum es richtig ist, vom Kampf „gegen rechts“ zu sprechen heimat.kolumne Die landesweiten Demonstrationen gegen die AfD halten an. Aus konservativen Kreisen wird jedoch Kritik an dem oft verwendeten Slogan „gegen rechts“ laut. Unsere Kolumnistin Liane Bednarz erläutert, warum die Bezeichnung richtig ist und wo die Trennlinie zwischen konservativem und (neu)rechtem Denken verläuft. Liane Bednarz
Widerstand gegen rechts: Warum erst jetzt? heimat.kolumne Die Correctiv-Recherche hat ausgelöst, was lange vermisst wurde: Einen breiten gesellschaftlichen Widerstand gegen rechts. Anlässe dafür hätte es in der Vergangenheit genug gegeben, vom rechten Terror des NSU bis zum Anschlag in Hanau. Warum also jetzt, fragt sich unser Kolumnist Hakan Akçit und plädiert dafür, Demokratiefeinde mit allen Mitteln des Rechtsstaats zu bekämpfen. Hakan Akçit
Keine Gerechtigkeit ohne Konsequenzen Interview Vor vier Jahren tötete ein Rechtsextremist neun junge Menschen aus rassistischen Motiven in Hanau. Unter den Opfern war auch Gökhan Gültekin. Über dessen Leben hat sein Bruder Çetin Gültekin ein Buch geschrieben, um ihm ein Denkmal zu setzen. Im Interview spricht er über die Kontinuitäten von Rassismus, das Versagen der Sicherheitsbehörden und die Frage, warum es keine Gerechtigkeit ohne Konsequenzen gibt. Safiye Can, Hakan Akçit
Zwischen Heimat und Exil Interview Die eritreische Dichterin Yirgalem Fisseha Mebrahtu lebt seit 2018 im Exil in Deutschland, nachdem sie sechs Jahre als politische Gefangene in Eritrea inhaftiert war. Im Zwischenraum-Interview spricht sie über den Trost, den sie im Schreiben fand und über ihr neues Buch „Freiheit in Briefen“ – ein persönlicher Briefwechsel mit der Schriftstellerin Tanja Kinkel. Safiye Can, Hakan Akçit
Leseprobe aus "Freiheit in Briefen" Leseprobe aus "Freiheit in Briefen. Zwei Autorinnen im Dialog". Von Yirgalem Fisseha Mebrahtu und Tanja Kinkel. Erschienen 2023 im akono Verlag.
Between Homeland and Exile Interview Eritrean poet Yirgalem Fisseha Mebrahtu has been living in exile in Germany since 2018, after spending six years as a political prisoner in Eritrea without charge or trial. In the Zwischenraum interview, she talks about the solace that writing gave her, about the political situation in Eritrea and about her new book "Freedom in Letters" - a personal correspondence with the writer Tanja Kinkel. Safiye Can, Hakan Akçit
„Wer sich jetzt nicht positioniert, stärkt die Feinde der Demokratie“ Interview Seit Wochen gehen Hunderttausende gegen Rechtsextremismus und Deportationspläne der AfD auf die Straße. Für Samstag plant das Bündnis „Hand in Hand“ eine Menschenkette in Berlin. Mit-Organisator Tareq Alaows im Gespräch.
Nach Correctiv-Recherche: „Wir alle müssen gegen die AfD aufstehen“ heimat.kolumne Das Recherchenetzwerk „Correctiv“ hat vor wenigen Tagen ein geheimes Treffen zwischen AfD-Politiker*innen, Neonazis, Unternehmern und Mitgliedern der Werteunion aufgedeckt. Dabei wurde über Pläne gesprochen, Millionen von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland zu vertreiben. Liane Bednarz
Bundesweiter Abschiebestopp für Jesid*innen erforderlich heimat.kolumne Im Januar 2023 erkannte der Bundestag die Verbrechen des IS gegen die Jesid*innen als Völkermord an. Dies war ein wichtiges Signal an die Betroffenen und ihre Familien. Trotzdem nehmen die Abschiebungen von Jesid*innen in den Irak derzeit zu. Unser Kolumnist Hakan Akçit plädiert daher für einen bundesweiten Abschiebestopp. Hakan Akçit
„Parteien müssen zugänglicher werden“ Interview Dr. Joy A. Alemazung kam Ende der 1990er zum Studium nach Deutschland. 2021 wurde er in Heubach zu Deutschlands erstem Schwarzen Stadtoberhaupt gewählt. Im Interview spricht der CDU-Politiker über seinen Weg in die Kommunalpolitik, die Gründung der Vereinigung Mandatsträger*innen Afrikanischer Abstammung e.V. und die Frage, wie Parteien für marginalisierte Gruppen zugänglicher werden können. Mehret Haile-Mariam
Flüchtlingsschutz in Europa: Aktuell geschwächt, in Zukunft ausgehöhlt? Analyse Die EU-Kommission, das Parlament sowie die Mitgliedsländer verhandeln über eine Reform der gemeinsamen Asylpolitik. Das umfangreiche Reformpaket enthält eine Vielzahl von Gesetzesvorschlägen, die massive Folgen für Asylsuchende hätten.
Asyl-Debatte: „Die demokratische Mitte rückt nach rechts“ Interview Mehr Abschiebungen, Grenzverfahren, Auslagerung des Flüchtlingsschutzes: In der gegenwärtigen Asyl-Debatte geht es kaum um tatsächliche Lösungen. Karl Kopp, Leiter der Europaabteilung von Pro Asyl, warnt davor, rechte Positionen in der Asylpolitik zu übernehmen. Stattdessen müsse geltendes Völkerrecht durchgesetzt werden. Christian Jakob
Nach dem Anwerbestopp: Das Rückkehrhilfegesetz von 1983 Essay Nachdem jahrzehntelang Arbeitskräfte aus dem Ausland angeworben worden waren, verhängte die damalige Bundesregierung 1973 einen Anwerbestopp. Zehn Jahre später sollte das Rückkehrhilfegesetz dafür sorgen, dass die Gastarbeiter*innen Deutschland wieder verließen. Hakan Akçit zeichnet die damaligen politischen Entwicklungen und Debatten nach, die viele Parallelen zu heutigen Diskursen aufweisen. Hakan Akçit
„Frauen mit Behinderung erleben oft Mehrfachdiskriminierungen“ Interview Ellen Kubica ist Stadträtin in Mainz und Teil des Behindertenbeirats. Seit November ist sie Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung von Rheinland-Pfalz. Im Interview spricht sie über Barrieren, auf die sie als Rollstuhlfahrerin im Politikbetrieb stößt und die Frage, warum Menschen mit Behinderung in allen politischen Ebenen zu wenig repräsentiert sind. Andrea Schöne
„Multipolare Weltordnung“: Israel, Ukraine und die Neue Rechte heimat.kolumne Mit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober wird nach der Ukraine ein weiterer westlich ausgerichteter Staat von autoritären Kräften angegriffen. Wie reagiert die Neue Rechte darauf und woraus speisen sich ihre Positionen? Liane Bednarz analysiert das Streben der Neuen Rechten nach einer „multipolaren Weltordnung“. Liane Bednarz
„Für mich ist das Thema soziale Gerechtigkeit entscheidend“ Interview Özgürcan Baş ist in einem Stadtteil aufgewachsen, in dem 30 Prozent der jungen Menschen von Armut betroffen sind. Dagegen möchte er etwas tun. Der 24-jährige gelernte Bankkaufmann sitzt seit diesem Jahr als direkt gewähltes Mitglied für die SPD in der Kieler Ratsversammlung. Im Interview spricht er über die Frage, warum einkommensschwache Menschen selten in der Politik vertreten sind. Andrea Schöne
Im Wahlkampf ist jedes Mittel recht(s) heimat.kolumne Während Friedrich Merz weiter an der Brandmauer nach rechts zündelt, fordert Olaf Scholz Abschiebungen „im großen Stil“. Dass Migration vor oder nach Wahlen zum Problem erklärt wird, ist nicht neu – gefährlich bleibt es trotzdem. Denn wer in braunen Gewässern nach Wählerstimmen fischt, ebnet rechtsradikalen Parteien den Weg in die bürgerliche Mitte. Hakan Akçit
Queere Repräsentation: Zwischen Fortschritt und Backlash Interview Amilio Ludwig-Dinkel von der SPD-Fraktion im Stadtparlament von Schwalbach (Hessen) ist bereits seit Schulzeiten politisch aktiv. Als Vorsitzende*r der SPDqueer Hessen-Süd engagiert sich Amilio besonders für Gleichberechtigung und Antidiskriminierung. Ein Gespräch über gesellschaftlichen Fortschritt, konservativen Backlash und die Frage, warum bei einer Demokratie alle mit am Tisch sitzen müssen. Djamilia Prange de Oliveira
Vielfalt in der Politik: "Die Parlamente hängen der gesellschaftlichen Entwicklung Jahre hinterher" Interview Mirrianne Mahn ist seit 2020 Stadtverordnete für Bündnis 90/Die Grünen in Frankfurt am Main. Als politische Aktivistin und Theatermacherin engagiert sie sich schon lange gegen Diskriminierung und für mehr Diversität. Über ihren Weg in die Kommunalpolitik und die Bedeutung von Vielfalt und Repräsentation für die deutsche Politik spricht sie im Interview. Mehret Haile-Mariam